Magdeburg l Cricket ist vor allem in Commonwealth-Ländern beliebt. Ihren Ursprung hat die traditionsreiche Mannschaftssportart in England. Erstmals erwähnt wurde Cricket unter dem Namen Kreckett im Jahre 1597 in einem Gerichtsurteil. Durch die Kolonialisierung Nordamerikas gelangte Cricket im 17. Jahrhundert auch nach Übersee. Ebenso fand es im frühen 18. Jahrhundert durch die britischen Kolonialisten Verbreitung in der Karibik und Indien.

Während der „Gentleman Sport“ nach wie vor in England, Australien, Indien, Pakistan und Südafrika populär ist, fristet er vielerorts ein Schattendasein. In Deutschland erfuhr die Sportart mit den vielen Flüchtlingen, die in den Jahren 2015 und 2016 kamen, einen regelrechten Boom. Zwar ist Cricket hierzulande immer noch weit davon entfernt, massentauglich zu sein, doch ist die Zahl der Vereine seit 2012 von 70 auf mittlerweile über 300 gestiegen. Auch die Mitgliederzahl im Deutschan Cricket Bund (DCB) hat sich nach Angaben von Geschäftsführer Brian Mantle „in Kürze der Zeit auf mehr als 6000 verdoppelt“. In Magdeburg gibt es den "Otto Cricket Club", er mischt die Regionalliga Ost auf.

Noch größer als Fußball

Allerdings sind mehr als neunzig Prozent der Spieler Ausländer oder haben ausländische Wurzeln. „In Syrien und noch mehr in Afghanistan ist Cricket das große Ding. Noch größer als Fußball“, weiß Mantle, dass für die Flüchtlinge dieser Sport ein Stück Heimat ist. „Sie kommen in ein fremdes Land, Sprache, Essen, Kultur, alles ist neu. Aber Cricket ist überall auf der Welt gleich, dieser Sport ist 400 Jahre alt und bewahrt seine Tradition wie sonst keine andere Sportart“, so der kosmopolitane Engländer, der Cricket quasi mit der Muttermilch aufgesogen hat.

Doch es fehlt nicht nur an Plätzen, sondern auch an finanzieller Förderung. Der Grund: Der DCB ist noch nicht Mitglied beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) – 10.000 Mitglieder sind dafür erforderlich.