Oschersleben l Fabian Vettel freut sich. Und sein berühmter Bruder mit ihm. Sebastian Vettel, viermaliger Formel-1-Weltmeister, hatte ihm geraten: „Wenn du diese Chance bekommst, pack sie und gib alles!“ Das berichtete Fabian, 20 Jahre jung, bei der Pressekonferenz zum Saisonauftakt des ADAC GT Masters in der Motorsport Arena Oschersleben.

Der jüngere Vettel wird bei den GT Masters in Oschersleben vom 26. bis 28. April einen Mercedes AMG mit 550 Pferdestärken steuern. „Wer im GT-Sport nach oben will, kommt nicht am Masters vorbei“, sagte der Heppenheimer. Sein Ziel für die neue Saison? „So schnell wie möglich und so viel wie möglich lernen. Bei dieser irren Leistungsdichte muss man sein Potenzial voll ausschöpfen, sonst geht man unter.“

Voller Kalender in Oschersleben

Für Vettel ist es also das Debüt im Masters, für die Serie der Start in ihre 13. Saison, für die Arena der Rennauftakt in ein erfolgreiches Jahr. Zumindest meinte Geschäftsführer Ralph Bohnhorst: „Wir haben einen vollen Kalender in Oschersleben, sind an die 300 Tage ausgelastet. Das könnte fast unsere beste Saison überhaupt werden.“ Im 22. Jahr der Arena. Und das ohne DTM.

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Wenn Bohnhorst an das Deutsche Tourenwagen-Masters (DTM) denkt, weckt das in ihm keine sonderlich großen Emotionen mehr. Zum einen sagte er: „Das ist nach wie vor eine der besten Rennenserien der Welt.“ Zum anderen erklärte der 55-Jährige: „Wir hatten das Angebot, einen DTM-Lauf auszutragen. Aber wir sind uns nicht einig geworden. Da liegt auch der Ball auf unserer Seite. Denn einen gewissen Wert hat unsere Anlage auch, und den wollen wir nicht verschenken.“ Die DTM ist für die Rennstrecke allenfalls ein Schwarze-Null-Geschäft – wenn sich die Konditionen des Rechteinhabers ITR mit dem Organisationsaufwand vereinbaren lassen.

Pünktlich und leiser

Bohnhorst trauert der Chance auf einen DTM-Lauf nicht mehr nach. Lieber schaut er voraus auf das, was das Herz des ehemaligen Seitenwagen-Europameisters sowieso höher schlagen lässt. Die 22. German Speedweek mit dem Acht-Stunden-Lauf zur Langstrecken-Weltmeisterschaft und der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (6. bis 9. Juni) sowie die Rennen zur Seitenwagen-WM am dritten Juli-Wochenende. „Das sind meine Lieblingskinder“, sagte Bohnhorst lächelnd.

Der Arena-Chef hat noch weitere gute Nachrichten: „Wir nehmen künftig noch mehr Rücksicht auf die Anwohner“, betonte er. „Wir haben die Initiative ergriffen, um noch leiser zu werden.“ Jedes Detail darüber wollte Bohnhorst nicht verraten. Aber: „Wir haben uns selbst reglementiert, fangen pünktlich an und hören pünktlich auf, obwohl wir länger fahren könnten.“ Auch das ADAC GT Masters, das inklusive seines Rahmenprogramms mit dem erstmals ausgetragenen GT4 Germany für Nachwuchspiloten, der TCR Germany und der Formel 4 am Freitag (Training), Sonnabend und Sonntag zwischen 8 bis 17.25 Uhr ausgetragen wird.

Der Lokalmatador fehlt

Nur Schubert Motorsport fährt nicht mehr mit – zumindest nicht in diesem Wettbewerb. Die Mannschaft aus Oschersleben konzentriert sich nach einem Jahr im Honda wieder auf die Langstrecken-Rennen in einem neuen BMW M2 Competition. Teamchef Torsten Schubert begründete den Ausstieg: „Unser 20-jähriges Jubiläum war ein schöner Anlass, sich wieder auf unsere Kernkompetenz zu besinnen.“

Thomas Voss, ehemaliger Arena-Geschäftsführer und Motorsportchef beim ADAC, findet das „wirklich traurig“, zumal das Masters zum Saisonstart seinen Lokalmatadoren verloren hat. „Aber ich weiß, dass diese hochprofessionelle Mannschaft einige Teams im GT-Sport unterstützt. Es gibt also viele Aktivitäten hinter den Kulissen. Torsten Schubert ist aus dem deutschen Motorsport nicht mehr wegzudenken.“ Fabian Vettel will sich derweil in diesem erst einen eigenen Namen machen.

Hinweis: Tickets für das Masters ab 25 Euro unter adac.de/motorsport (Tageskasse: 30 Euro).