Magdeburg l Wer sonst klitschnass unter dem Rennanzug aus seinem Rennwagen steigt, der genießt es natürlich, locker gekleidet einen gemütlichen Abend zu verbringen. So lud Dominique Schaak seine Sponsoren und Freunde vor einigen Tagen in die Magdeburger Strandbar ein. Direkt an der Elbe war trotz einiger Regentropfen eher Urlaubsflair angesagt. „Viele Sponsoren begleiten mich schon jahrelang und sind für mich so wichtig wie ein Motor“, bedankte sich der 29-Jährige bei seinen Gästen, die sich bei einer Tombola auch noch über den einen oder anderen Preis freuen konnten.

Dank an die Sponsoren

Dass es kurz regnete, könnte vielleicht ein ganz gutes Omen für die neue Rennserie sein. „Durch die Corona-Krise wurde unser Rennkalender gedreht. Ursprünglich sollte der Saisonstart in Oschersleben sein. Aber jetzt findet dort im Herbst das letzte Rennen statt“, erklärt Schaak und ergänzt: „Das ist meine Heimstrecke. Dort das Saisonfinale zu bestreiten, kommt mir natürlich sehr entgegen. Möglicherweise kann es dann ja auch regnen.“ So wie Anfang Juli, als Schaak dort mit seinem neuen Teamkollegen Hugo Sasse wichtige Testfahrten absolvierte. Und bei der letzten Rennetappe vom 6. bis 8. November ist eine nasse Strecke sehr wahrscheinlich.

Audi R8 macht Hoffnung

Für Schaak hat sich in der rennfreien Zeit ja viel verändert. Er ist von HTF Motorsport zum Team T3 Motorsport gewechselt und geht da künftig im Audi R8 in der ADAC GT4 Germany an den Start, die sogar auf Sport 1 übertragen wird. „Ich bin nach den Testkilometern vom Auto sehr begeistert. So wie es bisher gelaufen ist, können wir auch sehr zuversichtlich in die Saison gehen. Da wollten wir uns eigentlich zunächst einmal im Mittelfeld etablieren. Aber vielleicht sollten wir die Saisonziele auch noch mal verändern. Das sorgt zwar für mehr Druck. Aber den mache ich mir sowieso, weil ich immer an den Start gehe und Gas gebe, um zu gewinnen“, blickt Schaak hoffnungsvoll auf die neue Renn-Saison.

Saison kostet 120 000 Euro

Gegenüber der National Endurance Series, wo er vergangenes Jahr den Gesamtsieg nur knapp verpasste, ist er jetzt eine Liga nach oben gestiegen. Schaak: „Wenn man das mit dem Fußball vergleichen würde und die Formel 1 als Champions League gilt, fahre ich jetzt in der zweiten Liga.“ Entsprechend höher muss jetzt auch der Etat sein. Rund 120 000 Euro kostet das Rennjahr.

Da er sich in der Vergangenheit nie gescheut hat, auch mehrmals bei einem möglichen Sponsor anzuklopfen, um den von sich zu überzeugen, und auch medial fleißig unterwegs ist, freut ihn die Professionalität bei der neuen Rennserie ganz besonders. Schaak: „Der ADAC hat eine wichtige Plattform für Fahrer, Teams und Fans geschaffen. Und die Serie wird auch richtig gut vermarktet. Meine Reichweite auf Instagram und Facebook ist auf 50 000 angestiegen.“

Sieben Kilo abgenommen

Dass er bei T3 einen Dreijahresvertrag erhalten hat, ist auch ein Beweis dafür, dass Teamchef Jens Feucht große Erwartungen an den Magdeburger hat. Schaak: „Ich bin auch richtig stolz darauf, dass man sich für mich entschieden hat.“ Um entsprechend fit zu sein, hat Schaak sogar sieben Kilo abgespeckt und wiegt aktuell 67 Kilo. Mit Samir Ruiz hat er sogar einen persönlichen Fitnesscoach.

Saisonstart auf dem Nürburgring

Für den 14. bis 16. August ist am Nürburgring das erste Rennwochenende geplant. Zuschauer werden wohl nicht dabei sein. Schaak: „Definitiv entschieden ist das noch nicht. Es wird gerade ein Konzept entwickelt, damit Zuschauer möglich sind. Schon wenn man die Einführungsrunde vor 30 bis 40 000 Zuschauer dreht, ist das ein überragendes Gefühl. Das wird wirklich komisch, wenn die Tribünen leer sind.“