Bonn/Berlin l Der Basketballprofi Joshiko Saibou ist am Dienstag von den Telekom Baskets Bonn entlassen worden. Der Verein begründete die Entlassung des Spielers mit dessen Teilnahme an der Demonstration am 1. August 2020 in Berlin. Dort hatten sich laut Polizeiangaben rund 17.000 Teilnehmer versammelt, um gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung zu demonstrieren.

Saibou und seine Freundin, die Weitspringerin Alexandra Wester, hatten sich auf der Demonstration ohne Mund-Nase-Bedeckung gezeigt. Zuvor hatte Saibou bereits im sozialen Netzwerk Instagram das Tragen einer Maske in Frage gestellt und allgemein das Recht auf freie Meinungsäußerung in der Bunderepublik angezweifelt.

Spieler als Infektionsrisiko

Der Basketballverein aus Bonn hat daraufhin dem Spieler Saibou am Dienstag die fristlose Kündigung ausgesprochen. In einer Pressemitteilung wurde Vereinspräsident Wolfgang Wiedlich mit den Worten zitiert: „Die Vereine der BBL arbeiten gerade akribisch an Hygienekonzepten für die Zuschauer in der nächsten Saison und an speziellen Arbeitsschutzrichtlinien für die Aktiven. Deshalb können wir ein permanentes Infektionsrisiko, wie es der Spieler Saibou darstellt, weder gegenüber seinen Arbeitskollegen in unserem Team noch gegenüber anderen BBL-Teams im Wettkampf verantworten."

Zudem habe Saibou wiederholt auf Social-Media-Kanälen seine Haltung zur Pandemie oder zum Virus an sich geäußert und bei einer Großdemonstration auch praktiziert, indem er vorsätzlich gegen die bekannten Schutzregeln verstieß. 

Kritik in sozialen Medien

Sowohl Saibou als auch seine Partnerin Wester haben die Entscheidung des Vereins in Videos, die sie auf ihren Instagramprofilen veröffentlicht haben stark kritisiert. So sagte Wester: „Ihr solltet verstehen, dass wir Athleten nicht die Sklaven der Neuzeit sind, aber ihr macht uns gerade dazu." Außerdem rechtfertigte sie die Teilnahme an der Demonstration: „Sie versuchen sich an irgendeiner Art Körperverletzung aufzuhängen, weil er auf einem Foto keine Maske getragen hat. Wir haben sehr bewusst darauf geachtet, niemanden bei der Demo in Gefahr zu bringen und erst recht nicht seine Teamkollegen, weil die Telekom Baskets im Moment gar nicht im Team spielen oder trainieren. Das hat absolut keine Grundlage und ist wirklich heuchlerisch."

Saibou selbst nannte die Entscheidung des Vereins „totalitär und ein Schlag ins Gesicht der Meinungsfreiheit".