Magdeburg l Der Magdeburger Renn-Verein kommt momentan nicht zur Ruhe. Neben Problemen wegen des (zu trockenen) Geläufs ist es zu einem Zerwürfnis mit dem Hauptverband für Traberzucht in Berlin gekommen.

Der Verein wollte für 2019 an bestimmten Renntagen wieder eine Mischung aus Galopp und Trab anbieten. Dagegen hatte der Traber-Dachverband sein Veto eingelegt und argumentiert, die Anmeldefrist sei versäumt worden. Zudem hatten sich bei einer Befragung andere Clubs dafür ausgesprochen, dass Magdeburg Trabrennen komplett zu streichen oder Starts zu reduzieren habe.

Das brachte Präsident Heinz Baltus richtig auf die Palme: „Wir haben die Termine keineswegs zu spät eingereicht. Außerdem müssen wir uns keine Rennen genehmigen lassen, nur die Ausschreibung. Wir sind im Recht. Der Verband verstößt sogar gegen seine eigene Satzung.“ Doch der 65-Jährige scheut eine juristische Ausein-andersetzung: „Ich bin zwar von vielen Trabrenn-Trainern angerufen worden, das Ganze durchzuboxen, aber vielleicht bin ich ein Sturkopf. Außerdem verursacht ein solcher Streit enormen Stress und Geld für einen Anwalt.“

Keine Trabrennen mehr in Magdeburg

So will der Club-Chef, der „zutiefst enttäuscht und persönlich getroffen“ ist, einen Schlussstrich ziehen: „Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird es in Magdeburg keine Trabrennen mehr geben.“

An der Anzahl der Renntage – nämlich fünf – soll sich für 2019 dennoch nichts ändern. „Wir sind ein Galopprenn-Verein, und es geht auch ohne Traber“, sagte Baltus fast schon wenig trotzig und versprach, die Rennpreise zu erhöhen, um Galopp in Magdeburg noch at-traktiver zu machen.

Angedacht ist sogar ein sechstes Event Anfang Dezember in Verbindung mit einer Auktion und einem Weihnachtsmarkt. Aber das sei, so Baltus, noch Zukunftsmusik.

Ärger um zu trockene Rennbahn

Allgegegenwärtig ist dafür ein anderer Ärger – der um die Bahn. Seit Jahren hat die Prüfungskommission des Galopprenn-Dachverbandes in Köln die Beschaffenheit kritisch beäugt und Maßnahmen angemahnt. Durch die extreme Trockenheit 2018 hat sich die Situation noch einmal zugespitzt. Hinter vorgehaltener Hand war sogar von einem möglichen Entzug der Betriebserlaubnis für die bevorstehende Saison die Rede.

Doch die dringend einzuleitenden Sofortmaßnahmen kosten natürlich Geld. Daher hat der Verein bei der Stadt Magdeburg einen Antrag auf Zuschuss von gut 30.000 Euro gestellt, dem, so Baltus, hoffentlich stattgegeben wird.

Der Präsident: „Es gibt spezielle Wartungsmaßnahmen, bei dem mit Nadeln Hohlräume in das Geläuf gedrückt und mit Sand gefüllt werden. Das ist zwar eine teure Angelegenheit und kostet rund 50.000 Euro, muss bei unserem lehmigen Boden, der schnell austrocknet, aber gemacht werden.“

Weiterer Schaden war durch Wildschweine entstanden. Die Beseitigungskosten beliefen sich hierbei auf knapp 4200 Euro.

Rennbahn-Abnahme im April

Trotz der Probleme ist Baltus zuversichtlich, dass die Rennbahn-Prüfungskommission, die Anfang April im Herrenkrug erwartet wird, bei der Abnahme „grünes Licht“ für 2019 gibt.