Königssee/Magdeburg l Sascha Benecken hatte sich beinahe verzählt. Der 30-Jährige wollte unbedingt die obligatorischen zwölf Paddelschläge auf der langen Startrampe mit einem weiteren ergänzen, um den Schlitten auf ein noch höheres Tempo zu bringen. „Das war dann der Übereifer“, sagte der Sozius im Doppelsitzer mit Toni Eggert lächelnd. Den Paddler hatte es auch gar nicht bedurft. Der Ilsenburger Eggert pilotierte am Sonnabend das Gerät samt „Rucksack“ Benecken berauschend souverän durch den Eiskanal am Königssee – und direkt zum Kristallpokal für den Gesamtweltcupsieg.

Zum Saisonfinale auf der Heimbahn ihrer Dauerrivalen Tobias Wendl/Tobias Arlt haben Eggert/Benecken noch einmal alle Register ihrer athletischen und fahrerischen Fähigkeiten gezogen. Sie hatten nach beiden Wertungsläufen mit 1:39,777 Minuten einen Vorsprung auf Wendl/Arlt von 0,266 Sekunden herausgefahren. „Man ist in solchen Situationen auch schon ein bisschen unter Druck und aufgeregt“, sagte Eggert, „gerade auf der Heimbahn der Hauptkonkurrenten, die hier mehr Siege als jeder andere Doppelsitzer geholt haben. Aber es waren heute sehr faire Bedingungen auf einer megagut ausgebauten Bahn.“

Damit haben der 31-Jährige und sein Sozius auch ihre zweite Serie in dieser Saison fortgesetzt: Nach dem dritten Weltmeistertitel in Folge sicherten sie sich zum vierten Mal in Folge den Gesamtweltcup. „Das war ein richtig geiles Finale“, meinte Eggert, der mit Benecken sowie Anna Berreiter und Felix Loch noch den letzten Sieg in diesem Winter in der Teamstaffel holte – bevor es nun weitergeht zu den Materialtests nach Sigulda (Lettland) und zum Bundeswehr-Lehrgang.

Den Kristallpokal für die Saisonbeste gewann auch ihre Teamgefährtin Julia Taubitz vom Oberhofer Stützpunkt – allerdings zum ersten Mal. Bei den Männern gewann Semjon Pawlitschenko (Russland).