Magdeburg l Maximilian Planer hat seinen 29. Geburtstag äußerst entspannt gefeiert, allerdings nicht in der gewünschten Umgebung, nicht bei seiner Freundin, nicht bei der Familie. Sondern im Krankenhaus. Am 28. Januar, seinem Ehrentag, ging es dem Ruderer schon um einiges besser als noch drei Tage zuvor. Als an jenem Tag also, an dem er sich in die Klinik begab und die Ärzte bei ihm ein akutes Nierenversagen feststellten. „Gesundheitlich geht es mir schon wieder gut“, berichtete Planer am Mittwoch dieser Woche der Volksstimme. Sportlich indes ist sein Start bei den Olympischen Spielen in Tokio (Japan/24. Juli bis 9. August) mehr als fraglich.

Dabei fuhr er im Zweier ohne Steuermann auf einem guten Weg in Richtung Sommerspiele. Nicht mehr mit seinem langjährigen Partner Felix Wimberger, sondern mit Maximilian Korge. Fünf Jahre lang hatte er sich mit dem Passauer Wimberger von Saison zu Saison in die Nationalmannschaft gekämpft, sie sind gemeinsam im Achter 2017 und 2018 Weltmeister geworden. „Aber fünf Jahre sind auch eine sehr lange Zeit“, sagte Planer. Irgendwann überfährt man einfach die Fehler, „die sich eingeschlichen haben, und entwickelt sich nicht mehr weiter. Deshalb wollten die Trainer mit neuen Partnern auch neue Reize setzen.“

Guter Start in die Saison

Mit dem Berliner Korge legte er einen starken Start hin. Nach zwei gemeinsamen Trainingswochen belegten sie am ersten Dezember-Sonntag des vergangenen Jahres den neunten Platz bei der Langstrecke in Dortmund. Sie hatten im Abschlusstest im Trainingslager in Sabaudia (Italien) über den Jahreswechsel sogar Rang vier belegt. „Wir hatten große Fortschritte gemacht“, berichtete Planer. Alles lief für ihn und Korge, doch nach seiner Schicksalsfahrt am 24. Januar lief nichts mehr.

Ergometertest in Dortmund: Planer zog durch, 2000 Meter lang. Dann stieg er vom Gerät und stellte sofort fest: „Ich habe länger gebraucht als sonst, um mich wieder zu erholen.“ Er radelte den körperlichen Stress aus, aber irgendwann stellten sich Bauchkrämpfe ein, Schweißattacken raubten ihm in der folgenden Nacht außerdem den Schlaf. „Irgendwas stimmt nicht“, dachte sich Planer und stellte sich tags darauf den Ärzten vor. Er hatte einen Laktatwert – der Wert, der also die Übersäuerung im Körper anzeigt – von 26,8. Das ist cirka ein Vierfaches vom Normalwert – nach der Belastung.

Während die Riemenmänner sodann in Portugal den Achter und den Vierer für den Weltcup-Start in Sabaudia (10. bis 12. April) ausfuhren, hing Planer also am Tropf im Krankenhaus. „Mir ging es jeden Tag etwas besser“, berichtete er. Aber natürlich ist der Zug in die Mannschaft für ihn zunächst abgefahren – wie auch für Korge. Planer: „Ich warte jetzt ab, welche Möglichkeiten mir die Trainer noch anbieten.“

Gesundheit geht vor

Eine Möglichkeit kommt in jedem Fall zu früh für ihn. Anfang März wird in Italien der Zweier ohne für den Weltcup-Start ausgefahren. Daran wird auch Philipp Syring vom SC Magdeburg mit seinem Berliner Partner Marc Kammann teilnehmen.

Aber Maximilian Planer will auch nicht um jeden Preis und mit aller Macht nach seiner Olympiachance suchen. Dafür ist er längst reif genug. „Ich will noch so viel von der Welt sehen“, sagte er: „Deshalb ist die Gesundheit für mich das Wichtigste.“