Magdeburg l Danny Schmidt ist in den vergangenen Wochen wirklich vorsichtig gefahren mit dem Rad. Dieses Unglück im vergangenen Jahr sollte ihm nicht noch einmal passieren. Damals war der 17-Jährige kurz vor den Junioren-Europameisterschaften schwer gestürzt mit dem Drahtesel, hatte sich an der rechten Hand verletzt, hatte letztlich die Titelkämpfe verpasst. Diesmal aber ist Danny Schmidt dabei, gemeinsam mit Lukas Märtens vom SCM reist er an diesem Montag zur JEM in Kasan (Russland) an.

Wettkämpfe ab Mittwoch

Ab Mittwoch beginnt dann der Ernst des Medaillenkampfes. Und in dem will vor allem Märtens mitmischen. Genügend Chancen hat er ja: „Ich möchte schon gerne bei allen sechs Starts ins Finale kommen“, sagte er zu seinen Teilnahmen über 100 und 200 Meter Rücken, 200 und 400 Meter Freistil sowie in der Lagen- und 4x200-Meter-Freistilstaffel. Aber der Fokus ist klar auf seine Paradestrecke gerichtet: die lange Rücken-Distanz.

Trainer Döbler vorsichtig

Der Magdeburger führt da nämlich die europäische Rangliste der unter 18-Jährigen an. Mit 2:00,10 Minuten. Aber „selten gab es in dieser Disziplin solch eine Leistungsdichte wie in diesem Jahr“, erklärt sein Coach Stefan Döbler. Zwischen Märtens und dem achten Platz liegen ja nur 68 Hundertstelsekunden. Deshalb weiß sein Schützling: „Ich muss schon eine 1:58,5 schwimmen, um zu gewinnen.“ Das wäre ein neuer deutscher Altersklassenrekord, bisher hält ihn der Potsdamer Christian Diener mit 1:59,94 Minuten.

Ein Sieg soll es also sein, „da bin ich ganz ehrlich, aber eine andere Medaille wäre auch schon klasse“, erklärt Märtens selbstbewusst, aber nicht überheblich. „Das kann ich schaffen, das Training lief sehr gut.“ Vor allem im Höhentrainingslager in der Sierra Nevada (Spanien). Zuletzt absolvierte er mit dem Kader des Deutschen Schwimmverbandes eine fünftägige Einheit in Heidelberg.

Märtens unter Druck gefragt

Für Döbler ist es zunächst wichtig, dass seine Schützlinge gesund bleiben und dann „die Nerven behalten“. Und gerade Märtens muss „unter Druck zeigen, was er kann, aber er kann jede Menge“, weiß der 52-Jährige. Auch von Schmidt, der „technisch auf einem sehr hohen Niveau schwimmt“, erhofft sich Döbler zumindest einen Einzug in den Endlauf. Schmidt hat sich über 400 Meter Lagen für die JEM qualifiziert – und tritt außerdem im Einzel über 200 und 400 Meter Freistil an. Um seinen Platz in der langen Freistil-Staffel muss er noch kämpfen.

Schmidt will neue Bestzeit

Schmidt, der für die SG Frankfurt startet, hat sich auf der Lagen-Strecke zum Abschluss am kommenden Sonntag eine neue Bestzeit vorgenommen. 4:23 Minuten in der Vorschlussrunde peilt er an und hofft, „dass ich damit ins Finale komme“. Mit seiner jetzigen Bestmarke (4:26,43) steht er auf Rang 16 der europäischen Rangliste. Aber nicht alle Schwimmer, die dort vor ihm liegen wie vier Russen oder drei Ungarn, starten auch in Kasan, weil eben nur zwei Startplätze pro Nation vergeben wurden.

Zumindest hat ihm der jüngste Aufenthalt in Spanien Mut gegeben, wenngleich es zuweilen mehr geschmerzt haben dürfte als ein Fahrradsturz. Schmidt: „Das war diesmal sehr hart, aber es hat mir auch richtig viel gebracht.