Magdeburg l Für Tischtennis-Ass Timo Boll ist Magdeburg schon zu seinem „Wohnzimmer“ geworden – und bei den weiteren deutschen Spielern wird es wohl nicht mehr lange dauern, bis sie dieselbe Aussage treffen. „Die Vorfreude auf Magdeburg ist auch bei uns im Frauen-Team groß. Vor allem, weil die Hallen in Deutschland viel voller sind als in anderen Ländern“, sagt Jie Schöpp. Die Bundestrainerin der Damen war am Freitag extra für einen Pressetermin an die Elbe gereist.

Immerhin wird Magdeburg schon zum fünften Mal zum „Wohnzimmer“ der Tischtennis-Elite. Vom 28. Januar bis zum 2. Februar spielen in der Getec-Arena bei den German Open über 300 Spieler aus 60 Nationen um Preisgelder von rund 158.000 Euro – aber noch viel mehr um wichtige Weltranglisten-Punkte. Und im Olympiajahr sind letztere besonders entscheidend, da sie bei der Setzliste für Tokio eine Rolle spielen.

Top 20 der Weltranglisten reisen an

Neben den deutschen Aushängeschildern Dimitrij Ovtcharov, Timo Boll und Patrick Franziska bei den Herren sowie Petrissa Solja und Han Ying bei den Frauen gehen daher auch internationale Topstars wie Fan Zhendong und Ma Long aus China an den Start. „Die Top 20 der Januar-Weltranglisten bei Herren und Damen sind in Magdeburg vertreten“, sagt Simone Hinz, Pressesprecherin des Deutschen Tischtennisbundes.

Dass der Tischtennis-Verband Sachsen-Anhalt erneut den Zuschlag für die Ausrichtung erhalten hat, kommt nicht von ungefähr. Das Publikum lässt sich in Sachsen-Anhalt für die Sportart begeistern, zudem stimmen die Wettkampfbedingungen in der Getec-Arena sowie die Organisation. Die German Open 2017 waren sogar als bestes „Platinum-Event“ des Jahres ausgezeichnet worden. Zur Einordnung: „Platinum-Events“ wie die German Open gehören zur höchsten Turnierkategorie des Weltverbandes. Weltweit werden nur sechs solcher Turniere ausgetragen.

Verband hofft auf Impuls in Sachsen-Anhalt

„Wir erhoffen uns von dieser Veranstaltung auch einen Impuls in Sachsen-Anhalt. Dass Eltern ihre Kinder zum Beispiel in Tischtennis-Vereinen anmelden“, sagt Konrad Richter, Präsident des hiesigen Tischtennis-Verbands. Denn der Fokus in Sachsen-Anhalt liege ganz klar auf der Nachwuchsarbeit wie sie unter anderem in Biederitz oder beim TTC Börde geleistet werde.

Bislang sind allerdings erst 7000 Tickets verkauft worden – 2017 hatte man zu diesem Zeitpunkt schon 12.500 Eintrittskarten abgesetzt. Richter bleibt trotzdem optimistisch: „Magdeburg ist ein gutes Pflaster für Tageskarten“, sagt er. Und die gibt es schon ab fünf Euro.