Minsk/Magdeburg l Diese Nerven muss man erstmal haben: Yul Oeltze vom SCM und sein Canadier-Partner Peter Kretschmer haben sich gestern ins Finale der Kanu-Europameisterschaften gepokert. „Das war riskant“, sagte der Magdeburger lächelnd. In Minsk (Weißrussland) war im Vorlauf ein Kampf um Hundertstelsekunden entbrannt, den das Boot des Deutschen Kanuverbandes (DKV) mit dem dritten Platz für sich entschied. Punktgenau. Denn damit hatten sie sich Bahn sieben im heutigen Endlauf (10.22 Uhr/MESZ) gesichert.

Siebte Bahn für den Wind optimal

„Wir haben uns den Wetterbericht angeschaut“, berichtete der Schützling von Trainer Detlef Hummelt über die Überlegungen vor dem ersten EM-Rennen. Heute soll der Wind von links kommen, deshalb wäre die siebte Bahn die optimale im Endlauf. Mit dieser Rechnung starteten die Titelverteidiger also in ihren Wettbewerb über 1000 Meter – und gewannen auf den letzten Zentimetern das Pokerspiel.

Denn: Die Ukrainer ließen alle ziehen zum Sieg in 3:32,486 Minuten. Es folgten die Russen mit 3:32,889 Minuten. Und dann wurde es richtig eng: Mit 67 Hundertstelsekunden dahinter folgte das deutsche Boot. Die Polen, die mit Rang vier erst den Umweg übers Semifinale in den Endlauf fahren mussten, erreichten mit 45 Hundertstel hinter Oeltze/Kretschmer das Ziel. Bei den Beteiligten wird dann nicht nur der Schweiß der Anstrengung geflossen sein. „Man musste schon Gas geben“, erklärte der 25-jährige Oeltze, der mit Kretschmer den dritten EM-Titel in Folge anpeilt.

Fritz mit Bestzeit in den Endlauf

Gas geben musste auch Jasmin Fritz im Zweier-Kajak mit Steffi Kriegerstein. Nach Rang vier im Vorlauf über die 500 Meter qualifizierte sich das Duo mit einem Sieg im Halbfinale für den heutigen Endlauf (9.35 Uhr). Mit 0,15 Sekunden Vorsprung gewann die 23-Jährige vom SCM und ihre Partnerin vor der Ukraine. „Wir sind super zufrieden. Das für uns eine neue Bestzeit“, sagte die Athletin von Coach Eckhard Leue. „Jetzt gehen wir mit einem guten Gefühl ins Finale.“