Berlin l Euphorisch, emotional, fordernd: Die Pressekonferenz von Gabi Dörries und Henning Lambertz zum Auftakt der deutschen Meisterschaft in Berlin hat den gemeinsamen Schulterschluss zwischen der Präsidentin des Deutschen Schwimmverbandes (DSV) und ihrem Chefbundestrainer untermauert: „Ich habe Vertrauen in meinen Bundestrainer“, erklärte Dörries.

Beide verteidigten das Konzept, mit dem Lambertz die Athleten in Richtung Olympische Spiele in Tokio 2020 auf Medaillenkurs bringen will. Zum Konzept gehört die Zentralisierung an den ab 2018 reduzierten Bundesstützpunkten. Beide verteidigten die harten WM-Normen und das neue Kraftkonzept, das sich auf Maximalkraft fokussiert. Alles Dinge, die zuletzt durch den Ex-DSV-Trainer Frank Embacher und seinen Schützling Paul Biedermann (beide Halle) heftig kritsiert wurden. Dörries: „Wichtig ist, dass überhaupt Maßnahmen ergriffen werden.“ Ob diese dann auch fruchten, weiß weder sie noch Lambertz: „Aber wir müssen was ändern“, erklärten sie in Anbetracht der medaillenlosen Auftritte in London 2012 und Rio 2016.

Der Prozess der Zentralisierung, so wie es die Leistungssportreform verlangt (204 Stützpunkte in Deutschland sollen ab 2018 auf 165 reduziert werden), ist längst nicht abgeschlossen. Am Mittwoch saßen Dörries und Lambertz beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) in Frankfurt (Main) und führten dort das Vorgespräch zum Verbandsgespräch Anfang Juli mit dem Bundesinnenministerium (BMI). Neben Essen, Heidelberg, Berlin und Hamburg wird wenigstens ein weiterer Becken-Standort gesucht. Kandidaten dafür sind Potsdam, Halle und Magdeburg.

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 „Ergebnisse hat es nicht gegeben“, so Dörries zum Mittwoch. Ergebnisse wird es auch im Juli nicht geben. „Wir können nicht sagen, ob es vier, fünf, sechs oder sieben Stützpunkte werden“, so Lambertz. Derzeit habe die Reform eine große Eigendynamik. Und am Ende entscheide sowieso das BMI, das die Fördergelder verteilt. Eine Entscheidung soll es nun im August geben – vielleicht. Viele vermuten: Vor der Bundestagswahl im September wird nichts passieren.