New York (dpa) - Nach fünfmonatiger Corona-Pause soll auf der weltweiten Tour ab Anfang August wieder Tennis gespielt werden. Bis zum Jahresende sollen mit den US Open und den French Open auch noch zwei Grand-Slam-Turniere stattfinden, teilten die ATP und die WTA mit.

Bei den Damen geht es am 3. August mit dem Sandplatz-Turnier in Palermo wieder los. Die Herren starten rund zwei Wochen später beim Hartplatz-Event in Washington.

Danach sollen im von der Coronavirus-Pandemie lange Zeit ganz besonders betroffenen New York zunächst das eigentlich in Cincinnati beheimatete kombinierte Damen-Herren-Turnier stattfinden, ehe ab dem 31. August unter strengen Hygiene- und Sicherheitsregeln die US Open als erster Höhepunkt seit der Wiederaufnahme des Tour-Betriebs anstehen.

Die weltweite Tennis-Tour ist seit Anfang März unterbrochen. Als erstes Turnier war damals das Masters-1000-Event von Indian Wells abgesagt worden. "Unser Ziel war es, so viele Turniere wie möglich neu anzusetzen und so viel wie möglich von der Saison zu retten", sagte ATP-Boss Andrea Gaudenzi. Die BMW Open in München finden erst 2021 statt, eine Entscheidung über das Turnier in Hamburg steht aus.

Die US Open werden mit einem 128 Spieler umfassenden Teilnehmerfeld bei den Herren und Damen ausgetragen. Eine Qualifikation wird es in diesem Jahr nicht geben. Spielerinnen und Spieler, die daher aufgrund ihrer Ranglisten-Position nicht an den US Open teilnehmen können, sollen eine finanzielle Entschädigung bekommen.

Alle Profis sollen in zwei Spielerhotels untergebracht und dort direkt nach ihrer Ankunft auf Corona getestet werden. Einigen Spielern soll die Anmietung eines Hauses für sich und ihr deutlich kleineres Betreuerteam in der Nähe ermöglicht werden. Während des Turniers sollen alle Profis ein bis zwei Mal die Woche auf Corona getestet werden. "Die US Open sind zurück", sagte Turnierdirektorin Stacey Allaster. "Das sind fantastische Nachrichten für das Tennis."

Ob unter diesen Bedingungen wirklich alle Stars in New York antreten, bleibt abzuwarten. Unter anderem Novak Djokovic und Rafael Nadal hatten die strengen Hygienepläne kritisiert und eine Teilnahme noch offengelassen. US-Star Serena Williams will bei den US Open dagegen auf jeden Fall dabei sein. Das kündigte die 38 Jahre alte langjährige Nummer eins der Welt am Mittwoch in einem Video an, das während der Pressekonferenz des US-Tennisverbandes USTA eingespielt wurde.

Nach den US Open reist der Tennis-Tross dann nach Europa, wo die im Frühjahr ausgefallene Sandplatz-Saison nachgeholt werden soll. Nach den Masters-1000-Events in Madrid und Rom stehen vom 27. September bis 11. Oktober die French Open in Paris auf dem Programm. Die Organisatoren des Sandplatz-Klassikers in Roland Garros hatten das Turnier im Frühjahr eigenmächtig in den Herbst verlegt und damit für viel Ärger gesorgt.

Die Damen-Organisation WTA hat ihren Tour-Kalender sogar bereits bis zum Ende des Jahres veröffentlicht. Demnach soll im Herbst sogar in Asien gespielt werden, auch die WTA Finals im chinesischen Shenzhen sind vorgesehen. Die Herren-Organisation ATP will erst die weitere Entwicklung in der Corona-Krise abwarten und Mitte Juli über weitere Pläne entscheiden.