Imola (dpa) - 258,2 anspruchsvolle Kilometer, 18 knackige Anstiege, nur ein Weltmeister: Bei der Straßenrad-WM im italienischen Imola steht (10.00 Uhr/Eurosport 2/ZDF) das Königsrennen an.

Wer folgt auf den Dänen Mads Pedersen, der sich im Vorjahr im britischen Harrogate die Rad-Krone aufsetzte? Das Team vom Bund Deutscher Radfahrer (BDR) zählt nicht zum engsten Favoritenkreis, rechnet sich aber trotz einiger prominenter Ausfälle viel aus.

DIE STRECKE

Der knapp 29 Kilometer lange Rundkurs rund um die Rennstrecke von Imola ist gleich neunmal zu bewältigen. Jedes Mal aufs Neue warten nicht nur zwei knackige Anstiege, sondern auch anspruchsvolle Abfahrten, eine enge Straße und ein technisch fordernder Parcours. "Die Strecke ist schwerer, als ich persönlich erwartet hätte. Es ist eine superharte Strecke", sagte Routinier John Degenkolb, der angesichts von 5000 Höhenmetern höchstens als Helfer in Frage kommt. Imola ist als Gastgeber kurzfristig eingesprungen, weil die WM in den Schweizer Gemeinden Aigle und Martigny coronabedingt abgesagt wurde.

DAS WETTER

Als ob der Kurs nicht schwierig genug wäre, droht dem Feld auch noch eine Regenschlacht. Im Vergleich zu den ersten WM-Tagen, als bei jenseits von 20 Grad die Sonne schien, sind für den Sonntag eine deutliche Abkühlung und ab dem frühen Nachmittag auch Schauer gemeldet. Im Vorjahr überfuhren im Dauerregen von Harrogate gerade einmal 46 von 197 Radprofis die finale Ziellinie.

DIE FAVORITEN

Tour-Sieger Tadej Pogacar und sein Landsmann Primoz Roglic gehören definitiv dazu. "Das wird sich zeigen, wie sie aus der Tour gekommen sind. Am Ende spielt auch eine Rolle, wie frisch sie noch im Kopf sind. Sie waren vier Wochen voll unter Spannung. Rein physisch haben die beiden die Möglichkeit, extrem gut zu fahren", sagte der deutsche Kapitän Maximilian Schachmann. Neben Pogacar und Roglic werden vor allem der belgische Allrounder Wout van Aert sowie der Franzose Julian Alaphilippe hochgehandelt.

DIE DEUTSCHEN

Das deutsche Team muss in Abwesenheit von Emanuel Buchmann, Nils Politt und Lennard Kämna auf einen Überraschungscoup hoffen. Paris-Nizza-Sieger Schachmann ist dafür der große Hoffnungsträger. Der Sportliche Leiter Jens Zemke sagte: "Wir sind keine Nation, die vier Max Schachmanns an den Start bringt. Wir müssen mit einer guten Strategie an den Start gehen, um Max so lange wie möglich zu schonen." Auch Simon Geschke werden Außenseiterchancen zugerechnet. Beide waren zuletzt auch bei der Tour de France im Einsatz.

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