Ausgerechnet die vom jahrelangen Alleinherrscher des Weltfußballs selbst initiierte Ethikkommission hat Joseph S. Blatter für acht Jahre aus dem Sport verbannt und als Lügner gebrandmarkt. Wegen einer Zahlung von zwei Millionen Schweizer Franken, die im Milliarden-Geschäft Fußball bei der Fifa in der Portokasse liegen.

Für den 79-Jährigen kommt das Urteil mit lebenslänglich gleich. Das weiß Blatter. Der Mann, der von Russlands Staatspräsident Wladimir Putin für den Friedensnobelpreis ins Gespräch gebracht wurde, präsentierte sich deshalb sichtlich angeschlagen: Mit einem Pflaster unter dem Auge, unrasiert, fahl. Aufgeben wird Machtmensch Blatter indes nicht, vielleicht ein allerletztes Mal seine Strippen ziehen. Das ist nicht ungefährlich. Eine Menge „Amigos“ von Blatter sind immer noch bei der Fifa im Amt. Für den mühsam eingeleiteten Reform-Prozess wird es deshalb von existenzieller Bedeutung sein, dass das Urteil in den nächsten Instanzen Bestand haben wird.