Köln (dpa) - Nach einem aufregenden Tag mit großer Corona-Verwirrung will der 1. FC Köln seine 16 Bundesliga-Spiele währende Misserfolgsserie ausgerechnet beim Angstgegner Werder Bremen beenden.

Nicht eindeutige Ergebnisse bei den gegen Mitternacht durchgeführten Corona-Tests hatten vor der Abreise an der Weser für Aufruhr bei den Rheinländern gesorgt. Die Kölner hatten ihr Training, die Pressekonferenz und sogar die Abreise nach Bremen verschoben und zunächst auf Personen ohne Ergebnis verzichtet. Am späten Donnerstagnachmittag kam schließlich die erlösende Nachricht: Alle Tests der Spieler, Trainer und des Staffs waren negativ.

Der Austragung der Auftakt-Partie des 7. Spieltags in Bremen am Freitag (20.30 Uhr/DAZN) steht demnach nichts mehr im Wege. Der 1. Liga bleibt ihre erste coronabedingte Spielabsage der Saison erspart. In der 2. Liga waren bereits zwei Spiele verschoben worden. Ab der 3. Liga und in vielen anderen Sportarten waren es gar zahlreiche gewesen.

Heldt hatte zunächst mit kryptischen Äußerungen für fragende und ratlose Gesichter gesorgt. "Es gab einige unklare Befunde", sagte Heldt und wiederholte auf Nachfragen nur: "Unklar heißt unklar."

Markus Gisdol versuchte derweil, den Fokus auf das Sportliche zu richten. "Für uns ist es wichtig, dass wir unseren Weg weitergehen und uns weiter stabilisieren", sagte der FC-Coach und räumte ein, dass das 1:6 an der Weser am letzten Spieltag der Vorsaison noch in schlechter Erinnerung sei. Damals rettete sich Bremen mit dem Kantersieg in die Relegation und konnte am Ende den Klassenverbleib bejubeln. "Das 1:6 ist uns noch ein Dorn im Auge", sagte Gisdol, "das ist noch etwas, das wir regeln wollen." Heldt pflichtete bei: "Jeder weiß, dass so eine Niederlage nervt und man jetzt die Gelegenheit hat, es besser zu machen."

Anders als beim Gegner weckt das letzte Duell in Bremen positive Gefühle. "Natürlich haben wir das Spiel in guter Erinnerung, aber ich glaube nicht, dass Köln es uns diesmal so leicht machen wird", sagte Defensivspieler Christian Groß. Gelingt ihm mit seinem seit fünf Spielen ungeschlagen Team ein Heimerfolg, könnten die Bremer mit dann zwölf Zählern nach sieben Spielen beruhigt und mit einem dicken Punkte-Polster auf die Abstiegszone in die Länderspielpause gehen.

Der Ex-Kölner Leonardo Bittencourt ist mit der bisherigen Ausbeute der "jungen wilden Mannschaft" sehr zufrieden. "Jetzt haben wir ein Heimspiel, das wir gewinnen Wollen. Wenn uns das gelingt, stehen wir sehr gut da. Wichtig ist, dass wir ein gewisses Polster nach unten aufbauen, um wieder den selbstbewussten Fußball spielen zu können, den wir schon in der Vergangenheit gezeigt haben", sagte der Allrounder im Interview der "Kölnischen Rundschau" (Donnerstag).

Bremens Coach Florian Kohfeldt warnte eindringlich davor, den Tabellen-16. zu unterschätzen. "Die allgemeine Stimmung, dass das ein Pflichtsieg für uns ist, kann ich nicht teilen. Das wird ein hartes Stück Arbeit für uns", betonte er. "Wir haben lange nicht mehr verloren und sind deswegen selbstbewusst. Aber wenn wir nur ein Prozent nachlassen, dann sind wir chancenlos gegen Köln."

Der Druck lastet auf den Kölnern, die bei einer weiteren Pleite dem negativen Clubrekord von 18 Spielen ohne Sieg sehr nahe kämen und erstmal im Keller festsäßen. Mut macht jedoch das knappe 1:2 gegen den FC Bayern vor einer Woche. Gisdol: "Das Spiel hat gezeigt, dass wir gute Umschaltsituationen produzieren können. Uns würde es mal guttun, in Führung gehen. Das würde einiges leichter machen."

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