Minsk (dpa) - Doppel-Europaspiele-Sieger 2019 - mit diesem sperrigen Titel darf sich Oliver Geis schmücken. "Im Moment läuft es richtig gut", sagte der Schütze vom SV Kriftel nach seinem Sieg mit Doreen Vennekamp im Mixed-Team mit der Standardpistole.

Im Finale setzten sich die beiden gegen ihre Teamkollegen Monika Karsch und Christian Reitz durch. Für Bundestrainerin Bärbel Georgi war der Doppelsieg "einfach Bombe". Geis hatte in Minsk bereits die Konkurrenz mit der Schnellfeuerpistole gewonnen.

Fünf Siege hat das Team des Deutschen Olympischen Sportbundes, das ohne öffentlich ausgesprochenes Medaillenziel nach Minsk gefahren war, damit errungen. Die an eins der Setzliste geführten deutschen Tischtennis-Damen und -Herren können am Samstag mit Siegen nachlegen und - für sie noch wichtiger - die Olympia-Qualifikation sicherstellen. Ringerin Francy Rädelt (bis 76 kg) verlor ihr Finale klar mit 0:9 gegen Wassilissa Marsaljuk aus Weißrussland. "Ich habe nicht Gold verloren, sondern Silber gewonnen", sagte sie.

Im neuen Teamwettbewerb DNA holten die deutschen Leichtathleten hinter der Ukraine und Weißrussland den dritten Rang, in der abschließenden Jagdstaffel rangen sie Tschechien nieder. Die Boxer Nelvie Tiafack, Nicole Apetz (beide SC Colonia Köln) und Sharafa Raman (BC Eichstätt) haben die Kämpfe um Gold verpasst, hatten Bronze aber bereits sicher.

Der Doppelsieg in ihrem letzten Wettbewerb versöhnte die Schützen, die in Minsk lange unter ihren Möglichkeiten geblieben waren, ein wenig. "Wir wussten, dass wir als deutsches Team, also alle vier, sehr stark sind", sagte Vennekamp, "wir wussten aber nicht, ob wir es aufs Treppchen schaffen würden und wie stark die anderen sind. Der Wettbewerb wurde ja zum ersten Mal ausgetragen."

Seine zweite Medaille holte Rio-Olympiasieger Reitz, nachdem er zusammen mit seiner Frau Sandra im Mixed-Wettbewerb mit der Luftpistole Bronze gewonnen hatte. "Am Ende des Tages ist es immer noch ein Wettkampf, aber auf die Reihenfolge bei den Medaillen kommt es nicht so an", sagte er über den teaminternen Shootout.

Die Tischtennis-Herren machten es bei ihrem 3:0-Sieg gegen Portugal kurz, die -Damen kämpften Polen in dreieinhalb Stunden mit 3:2 nieder. Timo Boll und Patrick Franziska gewannen ihr Doppel gegen Joao Monteiro und Tiago Apolonia mit 3:0 Sätzen. Dimitrij Ovtcharov, der als Titelverteidiger in die Einzelkonkurrenz gegangen war, dort aber bereits im Achtelfinale scheiterte, schlug Marcos Freitas ebenfalls glatt mit 3:0. "Das war eine starke Teamleistung heute von uns. Ich bin froh, dass ich helfen konnte", sagte er. Franziska hatte mit Apolonia einige Mühe: Nach 0:2-Rückstand setzte er sich mit 3:2 durch und machte damit den Finaleinzug am Samstag (19.00 Uhr MESZ) perfekt.

Damen-Bundestrainerin Jie Schöpp zeigte sich stolz über ihre Tischtennis-Spielerinnen: "Was mein Team heute geleistet hat, war einfach nur grandios." Auch ohne die verletzte Petrissa Solja ist das deutsche Tischtennis-Team durch einen 3:2-Sieg gegen Polen ins Finale gegen Rumänien eingezogen. Die durch Silber im Einzelwettbewerb bereits für Tokio startberechtigte Han Ying, Nina Mittelham und die kurzfristig ins Team gekommene Shan Xiaona wahrten die Chance, als Turniersieger am Samstag (12.00 Uhr) frühzeitig die Olympia-Qualifikation zu schaffen.

Superschwergewichtler Tiafack unterlag im Box-Halbfinale dem Franzosen Mourad Aliev mit 1:4. Für Apetz (Gewichtsklasse bis 69 kg) ist das Turnier nach einer 2:3-Niederlage gegen die Italienerin Assunta Canfora beendet. Sharafa Rahman verlor mit 2:3 gegen Mykola Butsenko aus der Ukraine, der Kampf wurde wegen eines Cuts über dem Auge des Franken abgebrochen. Durch ihre Teilnahme an der Vorschlussrunde hatten alle drei Bronze bereits sicher. "Ich bin mit den Ergebnissen unserer Athletinnen und Athleten zufrieden", sagte Jürgen Kyas, der Präsident des Deutschen Boxverbandes.

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