Stuttgart (dpa) - Seine vielleicht letzte Saison in der Turner-Bundesliga will Fabian Hambüchen mit seinem Kumpels bei der KTV Obere Lahn genießen.

Wie sein Vater Wolfgang Hambüchen der Deutschen Presse-Agentur bestätigte, verlässt der Hesse den Ex-Meister MTV Stuttgart und turnt noch einmal im Team mit seinen langjährigen Wegbegleitern Fabian Lotz, Waldemar Schiller und Felix Wiemers. Die Jungs kenne ich von klein auf, die Zeit mit ihnen bei der KTV Obere Lahn war unschlagbar, sagte der frühere Welt- und Europameister der Stuttgarter Zeitung.

Es sind meine letzten Jahre als Turner. Ich schaue nur noch von Jahr zu Jahr und will eine schöne Abschiedssaison mit meinen Freunden haben, erklärte der 28-Jährige. In Stuttgart hatte es zuletzt Unmut gegeben, weil Fabian Hambüchen beim Liga-Finale in Karlsruhe, bei dem der MTV um Platz drei kämpfte, nicht zur Verfügung stand. Da die deutsche Riege die direkte Olympia-Qualifikation verpasste und nun schon im April 2016 in Rio die zweite Chance nutzen will, musste Fabian früher als geplant in die Regenerationsphase eintreten, begründete sein Vater und Trainer.

Doch der Interessenkonflikt sei nicht der Hauptgrund für den Wechsel. Das ist eine ganz emotionale Sache, wieder mit seinen alten Freunden in einem Team zu turnen. Zudem spielt die Entfernung eine Rolle. Nach Biedenkopf sind es nur 50 Kilometer von zu Hause, fügte Wolfgang Hambüchen hinzu und unterstrich, dass sein Sohn alles seiner vierten Olympia-Teilnahme unterordne.

Während des DM-Finales entspannte Fabian Hambüchen zuletzt auf einem Kreuzfahrtschiff in der Karibik, damit nun schon vor Weihnachten das Training für die entscheidende Olympia-Saison beginnen kann. Wir trainieren ohne Pause: Auch zu Heiligabend und am ersten Weihnachtsfeiertag, erklärte Hambüchens Vater.

Der Olympia-Zweite am Reck hatte schon mehrfach angekündigt, dass er nach Rio auf jeden Fall kürzer treten werde. Die KTV Obere Lahn darf sich nun freuen, dass er für das Team zumindest noch im kommenden Herbst zur Verfügung steht. Seine Zukunft könnte für Hambüchen dennoch irgendwann in Stuttgart liegen, wenn er nach seinem Abschluss an der Sporthochschule Köln in die Trainer-Karriere einsteigt. Das ist und bleibt eine Option, die unabhängig vom MTV ist und für die ich sehr dankbar bin, sagte Hambüchen.

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