Potsdam (dpa) - Der dreimalige Kanu-Olympiasieger Sebastian Brendel kann der Wettkampf-Pause durch die Coronavirus-Pandemie auch Positives abgewinnen.

"Ich sehe es aus jetziger Sicht als hilfreich an, mal ein Jahr gehabt zu haben, in dem ich mir ein bisschen mehr Ruhe gönnen konnte", sagte der 32-Jährige in einem Interview der "Märkischen Allgemeinen Zeitung". Mental und auch körperlich sei es ihm gut bekommen.

"Ich hatte auch mal mehr Zeit für die Familie. Ich fühle mich unterm Strich derzeit besser als vor einem Jahr, ich bin ausgeruhter und motivierter", sagte Brendel, auch wenn er betonte: "Natürlich wäre ich auch lieber zu den Olympischen Spielen gefahren, zumal die Vorbereitung im vergangenen Winter mit zwei Trainingslagern in Florida optimal lief."

Die Vorbereitungen auf die Spiele, die um ein Jahr verschoben wurden und nun im nächsten Sommer in Tokio stattfinden sollen, laufen schon lange wieder. "Es ist ja nicht mal mehr ein Jahr bis zu den Spielen Ende Juli 2021. Da kann man nicht mehr so viele neue Sachen machen", sagte Brendel "Aber ich trainiere jetzt nicht Woche für Woche nach dem Plan aus dem Vorjahr. Das läuft schon anders." Er wolle auch neue Dinge ausprobieren. "Zum Beispiel gehe ich erstmalig in die Höhenkammer am Olympiastützpunkt hier in Potsdam."

Der Gedanke, die Karriere womöglich zu beenden, sei nie da gewesen, meinte er. "Auch jetzt gehe ich absolut davon aus, dass die Spiele im nächsten Jahr in Tokio stattfinden. Darauf bin ich zu 100 Prozent fokussiert. Wenn man sich Gedanken machen würde, was wäre wenn, dann würde man einfach zu viele Kräfte verschwenden. Das kann ich mir nicht leisten, wenn ich Erfolg haben will", sagte Brendel.

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