Gwangju (dpa) - Mit den Wettbewerben der Klippenspringer bekommen die Schwimm-Weltmeisterschaften neben sportlichen Höchstleistungen auch eine Extra-Portion Nervenkitzel.

Spektakulär sehen die Sprünge aus 20 Metern Höhe bei den Frauen und 27 Metern bei den Herren allemal aus. Am Montag geht's los, am Dienstag (Damen) und Mittwoch (Herren) geht es um die Medaillen. Für das deutsche Team ist Iris Schmidbauer dabei.

Was macht den Reiz des Springens aus 20 Metern Höhe aus?

Iris Schmidbauer: Es ist die Kombination aus allem: Die Überwindung aus der Höhe zu springen, man hat manchmal wunderschöne Locations. Aufregend ist die Sportart, weil man über sich hinauswachsen kann mit all den Herausforderungen wie Höhe, Temperatur, Wind oder Wellen.

Haben Sie manchmal Angst?

Schmidbauer: Die Angst ist eigentlich immer dabei, vor allem beim ersten Sprung in einer neuen Umgebung. Da habe ich auch am meisten Respekt. Wenn man den Respekt nicht mehr hat, wird es gefährlich. Das schönste Gefühl aber ist dann das Eintauchen, wenn man es wieder geschafft hat.

Wie geht man mit der Angst um?

Schmidbauer: Ich visualisiere im Vorfeld viel, ist es kalt oder heiß? Hört man Möwen? Sind viele Zuschauer da? Ich versuche mir alles vorzustellen, auch das Gefühl, wenn ich am Rand stehe und mit einem flauen Gefühl runterschaue. Nachdem ich zweimal gecrasht bin, war mein Selbstvertrauen komplett zerstört. Ich hatte richtig Angstzustände und habe mir nicht vertraut. Da musste ich mich zwei Jahre lang durchkämpfen. Aber ich wusste, dass ich den Sport wieder lieben würde.

ZUR PERSON: Iris Schmidbauer (24) startet wie schon vor zwei Jahren bei der WM in Budapest nun auch in Gwangju im High-Diving-Wettbewerb. Sie kommt aus Bayern und springt sonst beim Red Bull Cliff Diving mit. Trainiert wird sie von Boris Rozenberg vom Dresdner SC.