Ottensheim (dpa) - Beim anschließenden Cool-Down am Ufer der Donau herrschte prächtige Stimmung. Entspannt wie nach einer lockeren Trainingseinheit ließen die Ruderer aus dem Deutschland-Achter ihren prächtigen WM-Auftakt auf Fahrrad-Ergometern Revue passieren.

Niemand aus der Crew wirkte trotz der großen Hitze wirklich abgekämpft. Denn der Erfolg im Vorlauf der Titelkämpfe von Ottensheim über Australien und Kanada fiel leichter als ursprünglich gedacht. "Auf der zweiten Streckenhälfte konnten wir sogar Körner sparen und das Rennen kontrolliert nach Hause fahren", bekannte Schlagmann Hannes Ocik aus Schwerin.

Der Weltmeister der vergangenen beiden Jahre nutzte gleich den ersten Auftritt in Österreich zur Demonstration seiner Stärke und nahm mit einem beeindruckenden Start-Ziel-Sieg Kurs auf den Titel-Hattrick. Schon nach wenigen Ruder-Schlägen hatte sich der Europameister einen Vorsprung herausgefahren, den er bis zur 1000-Meter-Marke kontinuierlich ausbaute. Die letzten Meter bis zum Ziel glichen einer Übungseinheit am Stützpunkt auf dem Dortmund-Ems-Kanal. "Da macht es wenig Sinn, auf den letzten Metern schon alles zu zeigen", kommentierte Steuermann Martin Sauer (Berlin).

Dass der Erzrivale aus Großbritannien im nachfolgenden Vorlauf über vier Sekunden schneller war, konnte niemanden beunruhigen. Schließlich mussten die Briten beim Sieg über die USA deutlich mehr Gegenwehr leisten als die Deutschen im Duell mit den Australiern. "Es dürfte aus einen Zweikampf mit den Briten hinauslaufen", sagte Sauer mit Blick auf den WM-Showdown am Sonntag, bei dem das DRV-Paradeboot Revanche für die Niederlage gegen das GB-Team vor sechs Wochen beim Weltcup-Finale in Rotterdam nehmen will.

Anders als der Achter verpasste der ebenfalls als Medaillenaspirant gehandelte Frauen-Doppelvierer den direkten Finaleinzug. Angeführt von Schlagfrau Frieda Hämmerling (Kiel) kamen die Europameisterinnen im stark besetzten Vorlauf nur als Dritte ins Ziel. Darüber hinaus muss auch der Frauen-Achter nach einem letzten Rang in den Hoffnungslauf.

Für den Vierer ohne Steuerfrau ist der Kampf um den Finaleinzug bereits am dritten Regattatag beendet. Nach einem enttäuschenden fünften Platz im Hoffnungslauf verpasste die Crew zudem als erstes deutsches Boot das Olympia-Ticket. Dagegen nutzte der Vierer ohne Steuermann die zweite Chance und zog dank eines beherzten Rennens als Sieger des Hoffnungslaufs ins Halbfinale ein.

Auf dem Weg zum angestrebten Podestplatz steht für Oliver Zeidler am Mittwoch (13.29 Uhr) die nächste Hürde an. Drei Tage nach seinem souveränen Sieg im Vorlauf muss der 23 Jahre alte deutsche Skiff-Meister aus Ingolstadt im Viertelfinale jedoch mit mehr Gegenwehr seiner Konkurrenten rechnen. Die ersten drei Plätze könnten dem einstigen Leistungsschwimmer nur drei Jahre nach seinem Wechsel in den Rudersport den Einzug in das Halbfinale ebnen.

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