Hamburg (dpa) - Das hatte sich Deutschlands Beach-Königin Laura Ludwig natürlich anders vorgestellt. Ihr erster Auftritt nach der nervenden und zugleich neue Chancen bietenden Corona-Pause zusammen mit ihrer Partnerin Margareta Kozuch im eigenen Wohnzimmer ging kräftig daneben.

Auf der nationalen Tour in Hamburg war nach zwei Niederlagen vorzeitig Schluss. Das Spiel des Spitzenduos, im September des Vorjahres noch Welttour-Gewinner in Rom, wirkte seltsam gehemmt und fehlerhaft. "Dabei hatte sich das wochenlange "Training ohne Wettkampfdruck noch sehr gut angefühlt", sagte Olympiasiegerin Ludwig und schloss an: "Das ist vielleicht der Fehler."

Der Sprung vom Trainings- in den Wettkampfmodus gelang Ludwig/Kozuch nicht, was wohl auch mit der familiären Wohlfühlpause und den derzeitigen Laborbedingungen im Beachvolleyball zusammenhängt. "Merkwürdig ist es natürlich", sagte die 33-jährige Kozuch: "Aber für mich ist nichts umsonst. Das hilft für unsere Lebenserfahrung."

Dass die Stimmungssportart in Zeiten der Corona-Pandemie auf Fans, Party und große Emotionen verzichten muss und stattdessen auf den Trainingsplätzen des Hamburger Olympiastützpunktes zwischen dunklen Containern stattfindet, ist offenbar gerade für Erfolgstypen wie Ludwig problematisch. "Wir vermissen alle die große Bühne, die großen Turniere", bemerkte die Abwehrspielerin, die seit Jahren zu den Weltbesten ihrer Branche gehört. "Das ist schon eine andere Situation", bemerkte Ludwig - schloss aber selbstkritisch an: "Andere haben die auch."

Ludwig/Kozuch bewegen sich auch dem Weg in Richtung 2021 derzeit noch auf schmalem Grat. Die Olympia-Verschiebung um ein Jahr hat alle sportlichen und privaten Pläne zunächst gekappt. Ob und wann es für Tokio weitere Qualifikationsturniere gibt, ist unklar. Nach gegenwärtigem Stand wären Titelverteidigerin Ludwig mit Kozuch sowie das deutsche Meister-Duo Karla Borger und Julia Sude (Stuttgart/Friedrichshafen) beim olympischen Turnier in Japan dabei. "Wir denken langfristig und wollen da ruhig bleiben", sagte Ludwig deshalb nach dem Negativerlebnis vor der eigenen Haustür.

Im Training wurden "viele neue Dinge ausprobiert. Da sind wir noch mitten im Prozess", bemerkte die einstige Hallen-Weltklassespielerin Kozuch. Doch wirkliche Konstanz auf höchstem Niveau konnten beide seit Neugründung des Teams Anfang 2019 noch nicht nachweisen. Für Ludwig sind Rückschläge wie in Hamburg vor allem "ein Kopfproblem". Die Herausforderung, Mutterrolle und Leistungssport zu kombinieren, ist auch für die 34 Jahre alte Wahl-Hamburgerin nicht leicht.

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