Dortmund (dpa) - Ruder-Weltmeister Richard Schmidt hat nur bedingt Verständnis für die zögerliche Haltung des Olympischen Komitees zur Frage nach der Austragung der Spiele von Tokio.

"Wir brauchen irgendwann eine Entscheidung, weil ja alle Sportler weltweit, die sich vier Jahre lang für Olympia gequält haben, faire Wettkämpfe wollen. Dazu gehören auch nachvollziehbare Qualifikationen", sagte das 32 Jahre alte Crewmitglied aus dem Deutschland-Achter den "Ruhr Nachrichten".

Vor allem für ältere Sportler könnte eine Verlegung der Spiele wegen der Corona-Pandemie um ein oder zwei Jahre das Karriereende bedeuten. "Eine Verlegung der Spiele um ein paar Monate wäre sicher kein Problem, eine Verlegung um ein Jahr schon eher. Zwei Jahre würden nicht funktionieren, denn wir müssen uns langsam auch um unser Leben nach dem Sport kümmern. Da würden schon sportliche Lebensräume platzen", sagte Schmidt, der seit zwölf Jahren ununterbrochen im Achter sitzt und als Olympiasieger von London, sechsmaliger Welt- und achtmaliger Europameister zu den erfahrensten Ruderern der Welt zählt.

Der Athletensprecher der Ruderer sorgt sich um die Stimmung innerhalb des DRV-Elitekaders. "Aus mehreren Gespräche habe ich herausgehört, das manche Sportler verunsichert und teilweise wie paralysiert sind, weil sie nichts machen können."

Story Ruhr Nachrichten über Situation am Ruderstützpunkt (hinter der Bezahlschranke)