München (dpa) - Auch für den Deutschen Turner-Bund könnte die Corona-Krise nach Meinung seines Präsidenten Alfons Hölzl noch zu einer sehr harten Prüfung werden.

"Wir werden die nächsten Wochen noch überstehen können, aber irgendwann wird es auch für uns kritisch, also existenziell. Da hoffe ich, dass wir dann vernünftige Lösungen finden werden", sagte der 51-Jährige in einem Interview des "Münchner Merkur".

"Wir als DTB hängen unmittelbar davon ab: Wenn die Landesverbände ihren Mitgliedsbeitrag nicht bezahlen können, wird es für den DTB eng", meinte Hölzl. "Auch deshalb kann es für viele wirtschaftlich schwierig werden. Und das gilt dann auch für den DTB."

Was passiere, "wenn sich die durch die Corona-Pandemie verursachten Einschränkungen über den Mai hinaus ziehen, wage ich nicht zu prognostizieren", betonte der Präsident des zweitgrößten deutschen Sportverbands. "Viele Einnahmen brechen weg und die Kosten bleiben zum großen Teil bestehen." Man könne über Kurzarbeit "das eine oder andere auffangen. Aber nicht alles. Es kann problematisch werden."

Für den Spitzensport rechnet Hölzl, der selbst noch als Trainer aktiv ist, "womöglich noch im Laufe des Aprils" mit der Öffnung der Turnhallen. "Die Gespräche laufen auf verschiedenen Ebenen, man ist hier auf einem guten Weg." Im Freizeitsport-Bereich wird es dagegen "noch ein Stück weit" dauern.

Der DTB hat alle bundesweiten Wettkämpfe bis zur Sommerpause abgesagt. "Ich hoffe, dass der Zeitraum nicht zu lange ist, und wir erhebliche finanzielle Schäden vermeiden können", sagte DTB-Chef Hölzl. "Das wird schwer genug."

"Münchner Merkur"

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