Frankfurt/Main (dpa) - Deutschlands Athletensprecher Max Hartung hat das IOC erneut aufgefordert, einen Teil seiner Milliarden-Einnahmen an die Sportler auszuschütten.

"Ob das Geld über die nationalen Verbände wirklich in den Sport zurückgeführt wird, ist nicht nachzuvollziehen", sagte Hartung auf dem "FAZ"-Kongress "Zwischen den Zeilen" in Frankfurt. "Die Geldverteilung gehört zu den am besten gehüteten Geheimnissen. Wir ziehen die Zuschauer an bei diesem Fest, also sollten wir auch beteiligt werden", sagte der Fecht-Europameister. Die Veranstalter rechnen für die gegenwärtige Olympiade mit den Sommerspielen 2020 in Tokio mit 5,5 Milliarden Euro Einnahmen. Laut IOC werden 90 Prozent an die Sport-Weltverbände ausgeschüttet.

Auch die Folgen des russischen Doping-Skandals hält Hartung nicht für überwunden: "Was in Rio passiert ist, hinterlässt Wunden bei den Sportlern", sagte der Gründungspräsident des Vereins Athleten Deutschland e. V.. Der Weltklasse-Fechter bezog sich dabei auch auf die jüngsten Enthüllungen als Folge des Skandals. Demnach sind die vom Moskauer Anti-Doping-Labor an die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) geschickten Datensätze zu russischen Athleten offenbar manipuliert worden. Sie sollen teilweise von den Kopien abweichen, die der WADA bereits vorlagen.

Säbel-Europameister Hartung kritisierte den Umgang des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) mit der Affäre kurz vor den Sommerspielen 2016 in Rio. "Vom Ablauf bei den Olympischen Spielen war ich sehr enttäuscht. Auch vom Präsidenten bin ich enttäuscht", sagte Hartung über IOC-Präsident Thomas Bach, 1976 Olympiasieger im Fechten mit der deutschen Mannschaft.

FAZ-Kongress