Köln (dpa) - Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat die Förderung von Sportarten mit Dopingproblemen in Frage gestellt.

Vielleicht muss man in Zukunft auch auf bestimmte Disziplinen verzichten, und zwar dort, wo es strukturell einen höheren Verdacht gibt, dass gedopt wird, als bei anderen, sagte der CDU-Politiker im Deutschlandfunk-Sportgespräch.

Er würde seine Kinder derzeit nicht mit gutem Gewissen jede Art von Hochleistungssport betreiben lassen, räumte de Maizière ein. Es gebe Sportarten, bei denen auch viele Mediziner sich fragen, ob es unter normalen Umständen überhaupt möglich ist, solche Leistungen zu bringen. Die stehen mehr auf dem kritischen Prüfstand als andere.. Welche Sportarten er meinte, wollte der Minister nicht beantworten.

Von seiner Forderung, deutsche Athleten sollten in Zukunft ein Drittel mehr Medaillen holen als bei den vorigen Olympischen Spielen, rückte der auch für den Sport zuständige Minister nicht ab. Wenn man die Spitzensportförderung verändert, braucht man ja ein Ziel. Und wenn das Ziel ist, wir bleiben so gut wie wir sind, dann sollten wir es gar nicht erst anfangen, sondern wir wollen besser werden, betonte de Maizière. Maßstab für bessere Leistung im Spitzensport seien Spitzenplätze - und das heißt nun mal Medaillen im Sport.