Tallinn (dpa) - Die estnische Justiz hat den Präsidenten des Nationalen Olympischen Komitees Estlands (EOK), Neinar Seli, wegen Amtsvergehen für schuldig befunden. 

Seli habe 2013 als Aufsichtsratschef des staatlichen Tallinner Hafens einem Sponsoring von 250 000 Euro an das EOK zugestimmt - und als Staatsbediensteter damit gegen die Anti-Korruptions-Richtlinie verstoßen. Das entschied das höchste Gericht des baltischen EU-Landes am Freitag und bestätigte damit im Kern das Urteil von zwei niedrigeren Instanzen. Diese hatten dem EOK-Chef eine Strafe von 17 000 Euro aufgebrummt.

Seli bestreitet die Vorwürfe und will einem Rundfunkbericht zufolge vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ziehen. Estlands Regierungschef Taavi Rõivas forderte ihn zum Rücktritt auf. Ich kann mir nicht vorstellen, wie er diesen Job machen kann, ohne dass der Ruf des estnischen Sports erheblichen Schäden erleidet, sagte Rõivas rund acht Monate vor Beginn der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro.

Mitteilung Staatsgerichtshof, Estnisch

Nationales Olympisches Komitee Estlands

Rundfunkbericht, Estnisch