Berlin (dpa) - Der frühere Fußball-Nationalspieler Thomas Helmer hat die Außendarstellung des DFB kritisiert.

"Ich finde, dass DFB und Nationalelf zuletzt nicht gut kommuniziert haben. Nicht nur jetzt, auch letztes Jahr schon. Der Verband gibt derzeit kein gutes Bild ab", sagte der 53-Jährige der "Augsburger Allgemeinen". Dies erschwere die Suche nach einem Nachfolger des zurückgetretenen DFB-Präsidenten Reinhard Grindel.

Der Verbandschef hatte nach Kritik an fragwürdigen Zusatzeinkünften und der Annahme eines teuren Uhrengeschenks von einem ukrainischen Funktionärskollegen sein Amt am Dienstag geräumt. "Eigentlich ist das ja ein schönes Amt. Aber wenn man sieht, dass alle Präsidenten zuletzt vorzeitig gehen mussten – das ist keine Werbung", sagte Helmer.

Für ihn selbst stelle sich die Frage nach einer Bewerbung um den Chefposten beim Deutschen Fußball-Bund nicht, versicherte der TV-Moderator. "Ich wurde nicht gefragt", sagte Helmer. Zuvor waren auch ehemalige Nationalspieler wie Philipp Lahm, Christoph Metzelder und Thomas Hitzlsperger als mögliche Präsidenten-Anwärter gehandelt worden. "Wir Ex-Profis bilden uns natürlich immer ein, dass wir vom Fußball einiges verstehen. Reinhard Grindel musste sich in diese Thematik erst einmal einarbeiten, das hat es für ihn nicht einfacher gemacht", sagte Helmer.

Interview der "Augsburger Allgemeinen"