Paris (dpa) - Der frühere Leichtathletik-Weltverbandspräsident Lamine Diack hat sich vor einem Pariser Strafgericht zu seiner Vergangenheit geäußert.

Der 87-jährige Senegalese sprach nach Angaben der französischen Nachrichtenagentur AFP rund eine halbe Stunde, äußerte sich dabei aber kaum zu den Vorwürfen. Diack erklärte der Agentur zufolge, er habe seine Rolle immer darin gesehen, den Leichtathletiksport populär zu machen. Es war der zweite Prozesstag, die Befragung soll am 11. Juni weitergehen.

Diack ist wegen Betrugs, Korruption, Veruntreuung und Geldwäsche angeklagt. Ihm drohen bis zu zehn Jahre Haft. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll Lamine Diack, der von 1999 bis 2015 IAAF-Chef war, direkt oder indirekt 3,45 Millionen Euro (3,9 Millionen Dollar) von Athleten, die des Dopings verdächtigt waren, erpresst haben.

Ebenfalls vor Gericht in Paris stehen Diack Sohn Papa Massata als Drahtzieher im Hintergrund sowie der Anwalt Habib Cisse und der Ex-Leiter der Anti-Doping-Abteilung des Weltverbandes IAAF (heute World Athletics), Gabriel Dolle. Cisse wurde zu einem bei ihm zu Hause gefundenen Zettel befragt, auf dem Geldüberweisungen für Athleten aufgeführt sind.

Porträt von Lamine Diack