Berlin (dpa) - Fußball-Funktionär Steffen Schneekloth hat die Bundesliga-Clubs zur Einheit und Solidarität aufgerufen und sich für ein Beibehalten des momentanen TV-Gelder-Verteilungsschlüssels ausgesprochen.

In einem Gastbeitrag für den "Kicker" rechnete Schneekloth vor, dass den 36 Proficlubs der ersten und zweiten Liga aus der Verwertung der nationalen Medienrechte im kommenden Jahr insgesamt rund 200 Millionen Euro fehlen würden. "Das scheint bisher noch nicht richtig angekommen zu sein", schrieb Schneekloth.

Der Rechtsanwalt ist Präsident des Zweitligisten Holstein Kiel, 3. Vizepräsident der Deutschen Fußball-Liga, Sprecher der 2. Liga sowie Vizepräsident des Deutschen Fußball-Bundes. Nach dem derzeit angelegten Verteilermaßstab zwischen erster und zweiter Liga (ungefähr 80:20 Prozent) würden den Erstliga-Clubs somit um die 160 Millionen Euro und den Vereinen der 2. Bundesliga ungefähr 40 Millionen Euro fehlen.

"Da kann sich jeder vorstellen, mit welchen Mindereinnahmen er zukünftig umzugehen hat. Clubs darüber hinaus durch revolutionäre 'Umverteilung' weitere Gelder zu nehmen, dieser Gedanke scheint zur Unzeit zu kommen", meinte Schneekloth. "Es gibt derzeit wichtigere und größere Herausforderungen für den deutschen Fußball, als sich öffentlich an vordergründigen Verteiler-Diskussionen zu beteiligen."

Die Topclubs mit Bayern und Borussia Dortmund an der Spitze lehnen eine von kleineren und mittleren Vereinen geforderte gleichmäßige Verteilung der TV-Gelder ab und rüffelten den Vorstoß zuletzt als illoyal. Die Vertreter des FSV Mainz 05, FC Augsburg, VfB Stuttgart und von Arminia Bielefeld waren in der vergangenen Woche nicht zu einem Informationsaustausch der übrigen Erstligisten in Frankfurt/Main eingeladen worden. Dafür war der Hamburger SV als einziger Zweitligist bei dem Treffen dabei gewesen.

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