Paris (dpa) -  Das Beste vom Besten oder Haute gamme, wie die Franzosen sagen würden. Zur Einstimmung auf die Auslosung der Mannschaften, die ab 10. Juni bei der Europameisterschaft 2016 aufeinandertreffen werden, wird mit Glanz nicht gespart.

Pressekonferenzen finden in Luxushotels statt und die Bürgermeisterin von Paris, Anne Hidalgo, lädt zu einem Gala-Dinner in das prächtige Rathaus von Paris ein. Damit soll sich langsam die Stimmung aufhellen. Denn Frankreich hat vier Wochen nach den Terrorangriffen mit 130 Toten und den bevorstehenden Regionalwahlen derzeit andere Sorgen.  

Die Stimmung, die kurz vor der Los-Zeremonie am Samstag um 18.00 Uhr in Paris herrschte, spiegelte sich auch im Team der deutschen Fußball-Nationalmannschaft wieder. Alle haben noch den 13. November im Kopf. Den Tag und die Ereignisse vergesse man nicht so schnell, wie der Teammanager Oliver Bierhoff in Paris sagte.

Und Bundestrainer Joachim Löw sieht in der Auslosung ein Signal, das weit über den Fußball hinausgeht. Gemeinsam mit den Teilnehmern aus den anderen Nationen wollen wir in Paris dokumentieren, dass wir an unserer Lebensweise festhalten, die geprägt ist von Offenheit, Toleranz, Respekt, Solidarität und Freiheit. Wir lassen uns diese Werte nicht nehmen, wie Löw im Kicker sagte.

Die ersten Pressekonferenzen fanden in den Luxushotels Shangri-La und Méridien Etoile statt in der Nähe des Palais des Congrès, wo am Samstag die Auslosungsfeier beginnt. Die riesige Kongress- und Veranstaltungshalle aus dem Jahr 1974 liegt an der Grenze des Stadtzentrums. Die EM-Auslosung findet unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen statt, denn Frankreich befindet sich seit dem 14. November im Ausnahmezustand.

Überall wird kontrolliert und patrouilliert. So auch vor der Pressekonferenz am Freitagmorgen im Pariser Rathaus, wo das Veranstaltungsprogramm vorgestellt wurde, mit dem die französische Hauptstadt die Besucher der Fußball-EM 2016 verwöhnen will. Aber auch hier nutzte man die Stunde des Fußballs, um den Blick auf die Zukunft zu richten. Man werde alles unternehmen, um den Besuchern den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen, sagte Jean-François Martins, der Stadtdezernent für Tourismus.

In Paris machte die Angst vor dem Terror Hotels, Restaurants und Geschäfte stark zu schaffen. Viele Touristen sagten ihre Reise ab. Die Hotels der Hauptstadt sollen einen Rückgang von teilweise bis zu neun Prozent verzeichnet haben. Sogar Premierminister Manuel Valls appellierte mit dem Slogan um Touristen: Kommen Sie nach Paris! Hier ist es sicher!

Die Auslosung findet zwischen Erinnerung, Angst und Wahlkampf statt. Denn nur einen Tag nach der Auslosung steht der zweite Durchgang der Regionalwahlen an, bei denen bislang die rechtsextreme Front National FN triumphiert. Frankreich wird ein hervorragender Gastgeber sein, in den nächsten Tagen genauso wie beim Turnier selbst, wie Bundestrainer Löw zuversichtlich erklärte. 

Informationen über die EM 2016 in Frankreich