Hamburg (dpa) - Die ehemalige Fußball-Nationaltorhüterin Katja Kraus fordert im Zuge des Projektes "Zukunft Profifußball" die Bundesliga zur schnellen Umsetzung der empfohlenen Maßnahmen auf.

"Bislang ist die Veränderungsgeschwindigkeit in der Bundesliga nicht besonders hoch gewesen, und ich halte das für zwingend notwendig", sagte die geschäftsführende Gesellschafterin der Hamburger Sportmarketingagentur Jung von Matt im "Sportclub" des NDR-Fernsehens.

Das frühere Vorstandsmitglied des Hamburger SV forderte die Bundesliga-Clubs auf, sich neu zu orientieren. "Das Thema gesellschaftliche Verantwortung ist das entscheidende aus meiner Sicht: werteorientiert zu handeln, nachhaltig zu handeln, sich wirklich wieder als Teil der Gesellschaft zu verstehen. Wenn das nicht passiert, dann werden die Vereine die Menschen auf Dauer verlieren."

Leider habe sie bislang erhebliche Zurückhaltung in dieser Frage erlebt, sagte die 50 Jahre alte einstige Bundesliga-Spielerin vom FSV Frankfurt und warnte: "Wenn sich der Fußball nicht mehr als Teil der Gesellschaft versteht, dann wird er auch von der Gesellschaft nicht mehr wahrgenommen." Laut Kraus droht, dass nicht nur die Menschen "sich nach und nach abwenden, sondern auch Partner und Sponsoren nicht mehr das richtige Umfeld finden".

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Kraus-Interview NDR-Fernsehen

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