Berlin (dpa) - Nach seinem Rücktritt als DFB-Präsident hat Reinhard Grindel grundsätzlich die Möglichkeit, wieder beim ZDF zu arbeiten.

Für den öffentlich-rechtlichen Sender war er in verschiedenen Positionen mehr als ein Jahrzehnt lang als Fernsehjournalist tätig. Anschließend war er für die CDU Bundestagsabgeordneter. Am 2. April trat er von der Spitze des Deutschen Fußball-Bundes zurück. "Herr Grindel hat aufgrund seiner früheren Mitgliedschaft im Bundestag ein im Abgeordnetengesetz geregeltes gesetzliches Rückkehrrecht", teilte das ZDF auf Anfrage mit. Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung darüber berichtet.

Der 57-jährige Grindel war in den Tagen vor seinem Rücktritt durch Enthüllungen über fragwürdige Zusatzeinkünfte und die Annahme einer teuren Uhr unter Druck geraten.

In seinen ursprünglichen Beruf zurückzukehren, sei Grindels gutes Recht, sagte der Sprecher des Deutschen Journalisten-Verbands, Hendrik Zörner. Dass er das dürfe, sei im Grunde eine Selbstverständlichkeit. "Ob er sich selbst einen Gefallen damit tun würde, muss er beurteilen", sagte Zörner. Denn Glaubwürdigkeit sei im Journalismus ein hohes Gut. Grindel sei durch seine Tätigkeit als DFB-Präsident ausgesprochen bekannt und habe nach den Berichten über die Hintergründe seines Rücktritts ein bestimmtes Image. Es sei damit zu rechnen, dass viele Zuschauer seine künftige Arbeit als Journalist damit in Verbindung bringen würden.

Beim ZDF war Grindel von 1992 bis 1997 zunächst als Redakteur im ZDF-Studio Bonn beschäftigt, von 1997 bis September 1999 dann als Leiter des ZDF-Landesstudios Berlin. Von Oktober 1999 bis Dezember 2002 war er Leiter des ZDF-Studios Brüssel, seit Januar 2003 ist er dem ZDF zufolge freigestellt. Mitglied im Deutschen Bundestag war Grindel von 2002 bis 2016. Den Posten als DFB-Präsident übernahm er im April 2016.

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