Düsseldorf (dpa) - Der langjährige Vorstandsvorsitzende des Deutschen Olympischen Sportbundes, Michael Vesper, hat sich deutlich gegen einen Boykott der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland durch deutsche Politiker ausgesprochen.

"Unsere Mannschaft wird nicht besser und nicht schlechter spielen, wenn deutsche Politiker vor Ort sind oder eben nicht. Ein Besuch unserer politischen Führung würde allerdings deren Wertschätzung zeigen - weniger gegenüber der russischen Führung als gegenüber unseren Sportlern und den Millionen Sportfans, die mitfiebern", sagte der neue Präsident des deutschen Galopprennsports der "Rheinischen Post".

In den vergangenen Tagen hatten Politiker aus mehreren Teilnehmerländern wegen des mysteriösen Giftanschlags auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal in Großbritannien erwogen, auf eine Reise nach Russland während der WM zu verzichten. Die britische Regierung und ihre Verbündeten vermuten Russland hinter dem Anschlag auf Skripal und dessen Tochter.

Reinhard Grindel, der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), hatte jegliche Boykott-Absichten abgelehnt. "Der DFB setzt auf Dialog und nicht Boykott. Brücken zwischen den Menschen müssen die Kriege der Mächtigen überwinden", sagte er.