Berlin (dpa) - Sportökonom Christoph Breuer hält in Zeiten der Corona-Krise eine Sonderrolle für die Fußball-Bundesliga nicht für gerechtfertigt.

"Mein Kopf bestätigt dies, auch wenn mein Herz es bedauert. Fußball ist ein Teil der Unterhaltungsindustrie, doch er ist substituierbar – auch als Werbeplattform", sagte der Professor der Sporthochschule in Köln der "Welt".

Aus Sicht der Deutschen Fußball Liga müsse der Ball allerdings schnell wieder rollen, da sich eine Reduzierung der Kosten schwierig gestalte. Die Ausgaben der Vereine würden durch bestehende Verträge langfristig weiter existieren, auf der Einnahmeseite kurzfristig jedoch eine Lücke bestehe. "In meinem Institut haben wir hochgerechnet, dass die beabsichtigte Reduzierung bei den Gehältern im bestmöglichen Szenario bei Weitem nicht ausreicht. Zehn bis 20 Prozent sollen durch den Verzicht der Profis eingespart werden. Es müssten nach unseren Berechnungen im Schnitt aber 40 Prozent sein", sagte Breuer.

Der Spielbetrieb im deutschen Profi-Fußball ruht aufgrund der Coronavirus-Pandemie derzeit bis mindestens Ende dieses Monats. Am 23. April wollen die Clubs das weitere Vorgehen während einer Mitgliederversammlung beraten. Das erklärte Ziel ist, die Saison bis zum 30. Juni abzuschließen. Entscheidend sind dabei die Vorgaben aus der Politik. Am Mittwoch steht eine möglicherweise wegweisende Konferenz von Bund und Ländern an.