Nyon (dpa) - UEFA-Turnierdirektor Martin Kallen schließt nicht aus, dass wegen der Coronavirus-Pandemie Standorte für die auf das nächste Jahr verschobene Fußball-EM wegfallen.

"Wir werden in zwölf Ländern spielen. Wenn das nicht geht, gibt's andere Szenarien. Wenn wir eine oder zwei Städte wegen der Pandemie verlieren sollten, können wir die Spiele anderswo austragen", sagte der Schweizer in einem Interview mit der "Neuen Züricher Zeitung".

Die größten Städte seien immer die schwierigsten, "weil die am meisten Veranstaltungen geplant haben", sagte Kallen weiter. "Zum Beispiel London. Sollte das Pandemie-Problem größer werden, kann London nicht um jeden Preis die Euro beherbergen."

Wegen der Coronavirus-Krise war die EM 2020 von der Europäischen Fußball-Union um ein Jahr verlegt worden und soll nun vom 11. Juni bis 11. Juli 2021 stattfinden. Erstmals werden EM-Spiele in zwölf Ländern angepfiffen.

Im Juni hatten die vorgesehenen Gastgeber ihre Bereitschaft auch für das kommende Jahr erklärt. Neben London hatten München, Amsterdam, Baku, Bilbao, Bukarest, Budapest, Kopenhagen, Dublin, Glasgow, Rom und St. Petersburg die nötigen Garantien gegeben. Insgesamt hofft die UEFA auf EM-Einnahmen von 2,1 Milliarden Euro. "Schlimm wäre es, wenn wir ohne Publikum spielen müssten", sagte Kallen.

UEFA-Präsident Aleksander Ceferin versicherte in der "Sport Bild", dass die EM in den zwölf Austragungsstädten und mit Zuschauern stattfinden: "Aber es ist etwas zu früh zu sagen, welche genauen Maßnahmen für die Zuschauer in fast einem Jahr noch gelten könnten." Niemand wisse, wie das Leben in elf Monaten aussehe, "und wir müssen planen, dass die Fans dabei sind".

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