Gardelegen l Wie die Zukunft des Tierheimes in Gardelegen aussieht, könnte sich möglicherweise in der kommenden Woche entscheiden. Wie Bürgermeisterin Mandy Zepig während der Stadtratssitzung am Montag informierte, gebe es drei Interessenten, die sich eine Betreibung der Einrichtung vorstellen könnten. Einer komme direkt aus der Einheitsgemeinde, zwei weitere von außerhalb. „Wir werden uns in der nächsten Woche treffen.“

Die Stadt sei selbstverständlich generell bereit, weiterhin ein Tierheim in Gardelegen vorzuhalten, versicherte Zepig. Allerdings könne die Genehmigung nur vom Altmarkkreis kommen. „Und wir sind auch bereit, mehr zu bezahlen.“ Im Gespräch und im Sozialausschuss bereits diskutiert worden sei ein Betrag von 1,20 Euro pro Bürger (derzeit sind es rund 50 Cent).

Tierschutzverein hat keinen Kontakt gesucht

Die Einrichtung war vor wenigen Tagen vom Kreis geschlossen worden. Dem Vorsitzenden des Gardeleger Tierschutzvereines, Kurt Gewasda, wird ein illegaler Handel mit Hunden aus Ungarn vorgeworfen. Seit dem 8. September sind die Geschäftsräume offiziell geschlossen. Bis zum 31. Oktober müssen alle Tiere vermittelt sein.

Völlig unverständlich ist dieser Sachverhalt immer noch für Heidemarie Hintsch aus Gardelegen, die seit Jahren ehrenamtlich im Gardeleger Tierheim arbeitet: „Was als Grund für die Schließung genannt wurde, ist für viele Leute nicht nachvollziehbar“, versicherte sie in der Einwohnerfragestunde. „Welches ist denn nun der wahre Grund, dass man so nicht weitermachen kann?“, wollte sie wissen.

Neuen Betreiber finden

Das sei eine Frage, die sie an den Kreis stellen müsste, so Zepig. „Die Akte wird ja nicht bei uns geführt.“ Allerdings seien an die Betreibung eines Tierheimes bestimmte Voraussetzungen geknüpft. Eine davon sei, dass der Betreiber „zuverlässig im Sinne des Gesetzes sein muss.“ Und das sehe der Kreis beim Vorsitzenden des Tierheimes offenbar nicht mehr als gegeben an.

Das bedeute indes nicht, „dass das Tierheim für alle Ewigkeit geschlossen bleiben muss“, betonte Zepig. Ein neuer Betreiber könne durchaus eine Erlaubnis bekommen. Und zwar „hoffentlich, bevor es zu einer endgültigen Räumung kommt.“ Denn das Bestreben der Stadt sei selbstverständlich auch, dass „die, die dort tätig sind, es auch weiterhin unter einem neuen Betreiber sein können.“ Ihr sei deshalb auch unverständlich, dass der Tierschutzverein bislang offensichtlich noch nicht den Kontakt zum Altmarkkreis gesucht habe.

Stadt stellt Ortslage zur Verfügung

Eine weitere Frage zum Thema Tierheim hatte schließlich auch Evelyn Dettmer aus Gardelegen. Sie fragte nach, ob ein Betrag von 1,20 Euro nicht „ein bisschen wenig“ sei, um so eine Einrichtung zu finanzieren. „Wir sind nicht die Betreiber und wir sind keinesfalls dafür da, die gesamten Betriebskosten des Tierheimes zu decken“, machte Zepig klar. Die Stadt stelle die Ortslage zur Verfügung, zu den Pflichtaufgaben der Kommune gehöre allerdings nur die Versorgung der Fundtiere, erinnerte sie.

Während ihrer Amtszeit Mitte 2015 habe es insgesamt 22 Termine im Zusammenhang mit dem Tierheim gegeben. Fragen nach den genauen Kosten und dem Defizit seien aber nie konkret beantwortet worden. Das habe allerdings möglicherweise auch daran gelegen, dass dem Verein durch eine zwischenzeitliche Schließung kein vollständiges Jahr zur Verfügung stand, für das die Kosten nachgewiesen werden konnten, schränkte Zepig ein.

Nach der jüngsten Schließung durch den Altmarkkreis habe es bislang aber auch noch keinen Kontaktversuch der bisherigen Betreiber mit der Stadt gegeben. „Der Tierschutzverein hat sich bis heute nicht mit uns in Verbindung gesetzt.“