Schönebeck l „Wahnsinn“, sagt Sigrid Meyer. Die Geschäftsführerin der Städtischen Wohnungsbau GmbH (SWB) in Schönebeck muss selbst erst einmal innehalten, nachdem sie die Summe genannt hat: 11.367.000 Euro. So viel Geld plant die SWB in 2019 zu verbauen.

2018 sei das Bauvolumen ähnlich hoch gewesen, aber eher ungewollt. „Die Ausschreibungen 2017 mussten wegen der Kostenüberschreitungen im Hochbau wieder aufgehoben werden, die Preise gerade in diesen Gewerken waren zu der Zeit explodiert. Wir haben dann nochmal kalkuliert und gleich am Ende des Jahres ausgeschrieben. Das hat funktioniert und es konnte mit dem Bau in den Wohngebieten angefangen werden. Daher hat es auch 2018 Investitionen von mehr als 10 Millionen Euro gegeben“, erklärt sie. „Wenn die Gebäudehülle schon die Kostenschätzung sprengt, muss man nicht mehr auf die Innenausbau-Gewerke vertrauen. Die Hochbaugewerke sind immer die kostenintensivsten Ausschreibungen. Und somit hätten wir die Mietpreise um 7 Euro nicht halten können, jedenfalls nicht ohne Fördermittel.“

Hier die großen Vorhaben 2019. Dazu kommen Maßnahmen der Instandsetzungen in den bestehenden Objekten wie Erneuern von Steigesträngen (Leitungen) und Sanieren von Bädern.

Am Schillergarten

Das Wohngebiet „Am Schillergarten“ soll in diesem Jahr Gestalt annehmen. Vorgesehen ist, die ersten zwei Häuser mit je neun Wohnungen an die Mieter zu übergeben. Der Bau der nächsten zwei Häuser soll beginnen. Insgesamt werden sechs Mehrfamilienhäuser mit 54 Wohneinheiten entstehen. In diesem Jahr sollen 1,325 Millionen Euro verbaut werden.
Der Neubau der 24-Stunden-Kita soll starten. Dafür sind Mittel in Höhe von 1,430 Millionen Euro eingestellt. „Wenn alles optimal läuft, sollte Ende des Jahres der Rohbau dafür stehen“, sagt Sigrid Meyer.

Lutherpark, Krausestraße

An der Krausestraße entstehen Mehrfamilienwohnhäuser. Die Arbeiten an dem Komplex mit den Häusern 21/23 sind gut vorangeschritten, der Neubau schon sichtbar. „Im zweiten Quartal soll Übergabe sein“, zeigt sich Sigrid Meyer zuversichtlich. Und: „Es sind so gut wie alle weg.“ Insgesamt entstehen dort 34 Wohnungen, barrierefrei, die oberen Etagen sind mit dem Fahrstuhl zu erreichen. In diesem Jahr werden an der Krausestraße 1,8 Millionen Euro investiert.

Am Malzmühlenfeld 43

1,86 Millionen Euro fließen 2019 in den ehemaligen SWB-Firmensitz Am Malzmühlenfeld 43. Dort sind drei Häuser am Entstehen. Das erste steht bereits, das zweite befindet sich in der Rohbau-Phase, das dritte wird folgen. Das Projekt ist ein besonderes, denn jeweils in der unteren Etage sollen Wohngruppen (WG) – bis zehn Bewohner – einziehen.
Fest steht bereits, so Sigrid Meyer, dass eine für Ältere sein soll und eine für Behinderte. Wie die dritte WG ausgerichtet sein wird, stehe derzeit noch nicht fest. In den oberen Etagen entstehen je zwölf behindertenfreundliche Wohnungen. Eineinhalb beziehungsweise zweieinhalb Zimmer groß, mit Fahrstuhl.
Ein Miteinander sei ausdrücklich erwünscht. Die Mieter der Wohnungen könnten an Veranstaltungen der Wohngruppe teilnehmen, sich Essen mit kochen lassen oder Betreuung durch einen Pflegedienst mit in Anspruch nehmen, schwebt der Geschäftsführerin vor. Haus 1 soll im April übergeben werden. „Die Wohnungen sind schon weg, die Bewohner der WG warten schon“, kann Sigrid Meyer berichten.

Körnerplatz

In diesem Jahr werden sechs moderne Häuser – je zwei im Komplex – am Körnerplatz 1-3 fertiggestellt. „Im Vergleich zu den anderen Häusern sind das kleine Einheiten, je Eingang zwei Wohnungen. Unten gibt es einen Garten, oben eine umlaufende Terrasse“, erklärt die SWB-Chefin und fügt an: „Alles hochwertig – sie sind uns aus den Händen gerissen worden.“ Insgesamt sind dort 2,05 Millionen Euro verbaut worden. In diesem Jahr fallen noch Kosten für abschließende Arbeiten in Höhe von 600.000 Euro an.

Freiligrathstraße

Es gibt Balkone für die Häuser in der Freiligrathstraße 1 bis 19. „Da freuen sich die Mieter auch schon drauf“, weiß Sigrid Meyer – und freut sich mit ihnen. Die Wohnungsbaugesellschaft hat dafür 600.000 Euro eingestellt.

Moskauer Straße

Nach und nach sollen die Hochhäuser an der Moskauer Straße mit neuen Aufzügen versehen werden. In diesem Jahr soll die Aktion für die Hausnummern 17 und 18 vorbereitet werden. 250.000 Euro sind dafür eingeplant. Die bisherigen seien noch aus der „Erbauungszeit“ der 16-Geschosser, die Reparaturen würden immer mehr zunehmen, erklärt Sigrid Meyer. Ein Wechsel dauere vier bis sechs Wochen – deshalb könne ein Austausch nur nacheinander erfolgen. Erste Erfahrungen hat die SWB im vergangenen Jahr gemacht. Da hat Haus Nummer 20 einen neuen Fahrstuhl erhalten. Der logistische Aufwand sei enorm gewesen, erinnert sie sich. Mit Treppenwalze für Rollstuhlfahrer und Tragehilfe für die Einkäufe. „Das war nicht einfach, aber die Mieter haben fantastisch mitgespielt.“ Die Statistik bestimme die Reihenfolge – der Lift, der am meisten repariert werden muss, wird als nächstes ausgetauscht.

Pfännerstraße

Das Haus Pfännerstraße 12 und 13 in Bad Salzelmen soll von seinem 50er Jahre Charme befreit werden. Das Objekt soll komplett saniert werden, es ist bereits entkernt. „Im Moment kämpfen wir etwas, da wir erfahren haben, dass das ganze Grundstück mit Asche aufgefüllt ist. Daraus ergibt sich ein erhebliches statisches Problem“, erzählt die SWB-Chefin mit sorgenvoller Miene. „Man hat damals halt genommen, was da war. Wir müssen nun nach Lösungen suchen, die den Preis nicht in die Höhe treiben.“