Glinde l Stolz wie Bolle kamen die Kinder zurück. Mit Hilfe von drei Erwachsenen schleppten sie eine Schatzkiste, die sie nach einer Runde durch das Dorf in einem trockenen Entwässerungsgraben gefunden hatten.

Geöffnet wurde der „Schatz“ unter allgemeinem Hallo jedoch erst auf dem Festplatz. „Wir haben Süßigkeiten und ein paar nützliche Dinge für die Schule in die Truhe gelegt“, sagte Sascha Wenzel vom Bibliotheksverein, der selber Lehrer ist.

Sommerfest am Ortsrand

Der zwölfköpfige Bibliotheksverein hatte zum ersten Mal das Sommertreffen nicht in seinem Domizil, der alten Schule, veranstaltet, sondern am Ortsrand. Der Festplatz befindet sich unweit der historischen Glinder Burg-Wüstung und hat einen sonderbaren Namen.

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„Wir sagen dazu Fettkepark“, grinste Sascha Wenzel. Namesgeber sei ein ABM-Vorarbeiter gewesen, der Anfang der 1990er Jahre mit seinen Leuten das halbe Dorf und auch dessen Umfeld umgestaltete. „Wenn die Feierabend hatten, halbierte sich die Einwohnerzahl von Glinde“, witzelte Hendrik Fabian, der seinen privaten Bierwagen zur Verfügung stellte. Damals seien rund hundert „ABM-mer“ unterwegs gewesen.

Landwirt hält Gelände in Schuss

Zu jenem Zeitpunkt wurden auch einige Obstbäume im „Fettkepark“ gepflanzt, die heute prächtige Kronen und Stämme haben. Weil sich das parkähnliche Areal kaum noch unterhalten ließ, verwilderte es. Der Landwirt Helmut Fabian - er bot mit seinem Trecker-Kremser Touren an - pachtete das Gelände und hält es heute in Schuss.

Und weil man in Glinde selten etwas allein macht, kam Bibliotheks-Sascha ins Spiel. „Mein Opa Alfred hat mir gezeigt, wie man Bäume schneidet“, sagte Wenzel. Damit hat das Elbedorf eine gepflegte Streuobstwiese, auf der sich gut feiern lässt. Der Verein bewies es am Sonnabend.