Magdeburg l Die Chinesen wollen sich um die Austragung der Fußball-Weltmeisterschaft bewerben. Fußball hat dort daher aktuell einen hohen Stellenwert. Nachwuchstalente sollen in dem Sport gefördert werden – und zwar nicht nur mit dem regelmäßigen Training zu Hause, sondern auch durch Spiele im Ausland. Und so war am Wochenende eine Delegation aus der chinesischen Stadt Zibo in Magdeburg, um sich mit Jugendlichen des MSC Preussen zu messen. Die D1-Jugend des MSV Preussen gewann das Hallenturnier, auf Platz 2 kamen die jungen Chinesen, Rang drei erreichte die D2-Jugend des MSC.

Magdeburgs Wirtschaftsbeigeordneter Rainer Nitsche, der sich schon lange für die Kontakte zwischen Magdeburg und chinesischen Städten einsetzt, berichtet, dass Zibo eine Freundschaftsstadt Magdeburgs sei.

Freundschaftsstadt beim Freundschaftsspiel

Durch wirtschaftliche Kontakte hätten die Chinesen davon erfahren, dass es beim MSC sehr gute Nachwuchsspieler gibt. Also wurde nachgefragt, ob sie bei ihrer achttägigen Europatour auch in Magdeburg Station machen könnten. Nachdem sie zwei Tage zuvor in der Nähe von Paris gespielt hatten, ging es daher weiter nach Magdeburg und gestern und heute nach Heilbronn und Frankfurt am Main, ehe die jungen Leute und ihre Betreuer die Heimreise antraten. Aber auch, wie die Nachwuchsarbeit beim MSC Preussen organisiert ist, wollten die Gäste aus China wissen, um für ihre eigene Entwicklung zu lernen.

Bilder

Bei den jungen Chinesen handelte es sich um die besten Nachwuchstalente ihrer Stadt. Sie waren bei Schulturnieren ausgewählt worden. Übrigens beanspruchen die Chinesen aus Zibo für sich, die Erfinder des Fußballes zu sein. Schon vor 1000 Jahren sei dort Fußball gespielt worden.

Ein positives Fazit gab es am Ende auf beiden Seiten. Denn das Turnier bereitete Freude, auch wenn sich die Jugendlichen gegenseitig nichts schenkten und mit Ernst und Ehrgeiz um die besten Ergebnisse spielten.

Gegenbesuch wird anvisiert

Der Leiter der chinesischen Reisegruppe würde die Magdeburger gern für das nächste Jahr nach Zibo einladen, so dass es noch ein Rückspiel in der chinesischen Freundschaftsstadt geben kann. Darüber würden sich die Magdeburger sehr freuen. Allerdings seien damit ja auch Kosten verbunden, sagte der Präsident des MSC, Sven Guttermann. Ganz ausschließen will er aber dennoch nicht, dass eine Delegation aus Magdeburg nach China reisen wird.

Nach dem Turnier in der Sporthalle D an der Steinkuhle wurde auf jeden Fall zur Erinnerung noch ein Gruppenfoto aufgenommen. Und anschließend wurde gemeinsam gegessen: an diesem denkwürdigen Tag natürlich in einem chinesischen Restaurant.