Bramsche (dpa/tmn) - Hafer statt Huhn? Gesunde erwachsene Hunde vertragen vegetarisches Futter in der Regel gut. Voraussetzung ist, dass die Ration insgesamt bilanziert ist, das heißt, dass die Tiere ausreichend mit Nährstoffen versorgt sind.

Hausgemachte vegetarische Rationen weisen aber oft einen Kalziummangel auf, warnt die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (TVT). Im Zweifel sollten sich Besitzer Rat beim Tierarzt oder Futterexperten suchen. Vegane Ernährung ist nach bisherigen Erkenntnissen kein Problem für erwachsene Hunde.

Vorsichtig sollten Halter mit der Kombination aus vegetarischem Futter und Rohkost sein: Hier lässt es sich kaum vermeiden, dass der Hund große Mengen an Kohlenhydraten nicht verdauen kann. Außerdem gibt es pflanzliche Inhaltsstoffe, die die Verdauung von Eiweißen hemmen können. Auch das kann zu Magenproblemen beim Tier führen.

Tragende oder säugende Hündinnen sowie Welpen können in der Regel ebenfalls ohne Fleisch ernährt werden. Hat das Tier aber sehr viele Junge, müssen Halter darauf achten, dass das Futter genug Energie enthält. Veganes Futter ist für schwangere und säugende Tiere sowie Welpen dagegen nicht geeignet, so die TVT. Es kann dazu führen, dass die jungen Hunde sich nicht ausreichend entwickeln.

Was Halter außerdem beachten sollten: Alter, Krankheiten oder Stress können den Energie- und Nährstoffbedarf von Hunden erheblich verändern. Vegane Ernährung wird diesen Bedürfnissen nur selten gerecht. Grundsätzlich sollten Besitzer bei alten, kranken oder anderweitig gestressten Tieren zum Beispiel nach einem Besitzerwechsel Futterumstellungen von fleischhaltig auf vegetarisch gar nicht oder nur sehr behutsam vornehmen.

Merkblatt zu vegetarischer Ernährung bei Hunden