Gardelegen l Für das vom Altmarkkreis Salzwedel wegen illegalen Hundehandels kürzlich geschlossene Gardeleger Tierheim gibt es mittlerweile drei Bewerber. Die Allianz für Menschenrecht, Tier- und Naturschutz zeigt sich nun in einem Leserbrief an die Volksstimme allerdings „erstaunt“ über das Tempo, in dem über die Zukunft der Einrichtung entschieden werden soll. „Der Altmarkkreis hat gerade mal vor wenigen Tagen die Schließung verfügt und bereits jetzt hat man mehrere Bewerber?“, heißt es in dem Schreiben. „Wir als Tierschutzallianz meinen, dass man so nicht mit langjährigen verdienstvollen Tierschützern umgehen kann“, betont deren Vorsitzender Josef Fassl.

Ob sich der Tierschutzverein Gardelegen als bisheriger Betreiber ebenfalls erneut um einen Vertrag mit der Stadt bemühen wird, ist bisher allerdings völlig offen. Denn seit der Schließung gab es seitens des Vereines weder Kontakt mit der Stadt noch mit dem Altmarkkreis, betonen Bürgermeisterin Mandy Zepig und Dezernatsleiter Hans Thiele vom Altmarkkreis auf Nachfrage.

Außerordentliche Versammlung

Die Tierschutzallianz hat da offenbar mehr Informationen: Am 18. September werde eine außerordentliche Mitgliederversammlung des Gardeleger Tierschutzvereines stattfinden, „mit einem neuen Vorstand“ solle dann „eine Neubeantragung“ erfolgen, heißt es in einem Brief an die Stadt. Dieser Neubeantragung habe Hans Thiele als zuständiger Dezernatsleiter beim Altmarkkreis zudem „bei einer Änderung des Vorstandes eine positive Prüfung in Aussicht gestellt“. Das allerdings sei „eine glatte Lüge“ betont Thiele gestern auf Nachfrage. Selbstverständlich könne der Verein einen Antrag stellen. Der werde auch geprüft.

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Ob allein ein Vorstandswechsel ausreiche, die Zweifel des Altmarkkreises an der Zuverlässigkeit des Vereines auszuräumen, scheint für Thiele indes fraglich. Denn nicht nur der Vorstand oder der Vorsitzende allein seien für die Schließung verantwortlich. Auch an der Zuverlässigkeit der beiden Sachkundigen bestünden Zweifel.

Stadt muss Vertragspartner suchen

„Sinn und Zweck der Sachkundigen“, die in einem Tierheim zwingend vorgeschrieben sind, sei es aber nun mal, „dass sie auch mal gegen den Träger einschreiten müssen“, wenn es eine Situation, wie im Fall der illegal über das Heim vermittelten Hunde, erfordere. „Wir wussten nichts von diesen Hunden (...), das ist eine Sache, die Herr Gewasda gemacht hat“, zitiert Hans Thiele das Statement von Tierheimleiterin Marianne Wigger in der Volksstimme vom 2. September, und: „Dass es Hunde waren, die dort nicht hätten sein sollen, habe ich erst bei einer Kontrolle des Veterinäramtes am 4. Juni erfahren.“

Angesichts solcher Äußerungen sei ein Zweifel an der Zuverlässigkeit der Sachkundigen eindeutig angebracht. Aber wie wird es weitergehen mit dem Gardeleger Tierheim? „Die Stadt muss sich einen Vertragspartner suchen. Die Genehmigung erteilt dann der Kreis“, informiert Thiele. Am schnellsten würde es natürlich gehen, „wenn es sich bei dem Bewerber um jemanden handelt, der bereits eine Genehmigung zur Betreibung eines Tierheimes hat.“ Falls nicht, „könnte es schon etwas länger dauern“, so Thiele. In diesem Fall nämlich müssten erst wieder Sachkundige gefunden und die Zuverlässigkeit des Bewerbers geprüft werden.

Ideal wäre also, insbesondere für die Tiere, tatsächlich eine schnelle Lösung. In jedem Fall werde der Altmarkkreis aber Verantwortung für die Tiere übernehmen, die bis zum 31. Oktober nicht vermittelt seien, betont Thiele. „Es wird kein Tier auf der Straße landen!“