München (dpa) - Thomas Müller freute sich nach dem in typischer Bayern-Manier erzwungenen Sieg gegen einen aufmüpfigen SC Paderborn auf entspannte Fußballstunden im heimischen Fernsehsessel.

"Wir haben unsere drei Punkte und können uns am Wochenende die Konkurrenz anschauen. Wir haben unseren Teil erfüllt", verkündete der Münchner Angreifer nach dem glücklichen 3:2 (1:1), das auch beim nach längerer Zeit mal wieder bei einem Gegentor patzenden Kapitän Manuel Neuer gerade wegen des späten Happy Ends diebische Freude auslöste.

Der Nationaltorhüter hoffte, dass das späte Siegtor von Erfolgsgarant Robert Lewandowski bei den Titelkonkurrenten Wirkung zeigen möge. "Es waren wichtige drei Punkte. Die zählen gerade an einem Freitag, an dem einige Mannschaften vielleicht im Hotel das Spiel angeschaut haben und sich ein bisschen ärgern", sagte Neuer mit besten Grüßen an RB Leipzig sowie die Borussen aus Dortmund und Mönchengladbach.

Die schärfsten Bayern-Jäger gingen nach der Siegvorlage des Tabellenführers mit mehr Druck in ihre Liga-Aufgaben. Während die Leipziger (5:0 auf Schalke) und die Dortmunder (2:0 in Bremen) dabei eindrucksvoll nachlegen konnten, büßten die Gladbacher beim 1:1 gegen Hoffenheim zwei wertvolle Punkte ein.

Der Blick der Bayern richtete sich aber hauptsächlich auf den FC Chelsea. Und die Blues feierten drei Tage vor dem Achtelfinalduell in der Champions League in der englischen Premier League einen wichtigen 2:1-Heimsieg gegen den Londoner Rivalen Tottenham Hotspur. "Wir bereiten uns gut bevor und attackieren dann dort", kündigte Müller vor dem Auftritt am Dienstag (21.00 Uhr) an der Stamford Bridge an.

Sportdirektor Hasan Salihamidzic übte nach der mühsamen Generalprobe gegen Paderborn Nachsicht mit seinen Profis: "Das sind Spiele, die vor einem wichtigen Champions-League-Spiel immer schwierig sind. Wir haben es trotzdem durchgezogen und die drei Punkte eingefahren."

Eine Blaupause für Chelsea war das Paderborn-Spiel ohnehin nicht. Hansi Flick hatte seine Elf wegen der Gelbsperren von Jérôme Boateng und Benjamin Pavard nicht allein personell umgebaut, sondern auch noch mit einer Systemumstellung experimentiert. Joshua Kimmich rückte nach hinten und bildete mit den Linksfüßen David Alaba und Lucas Hernández eine Dreierkette. Ein Modell für das Wiedersehen mit dem FC Chelsea acht Jahre nach dem verlorenen "Finale dahoam" war die überraschende Versuchsanordnung nicht, wie Trainer Flick bestätigte: "Das war der personellen Situation geschuldet."

Er lobte seine Stars dafür, den 194. Sieg im 250. Ligaspiel in der heimischen Allianz Arena am Ende erzwungen zu haben. "Es gehört auch dazu, als Team sich gemeinsam gegen das Unentschieden zu stemmen. Es war der absolute Wille da, das dritte Tor zu machen", sagte Flick.

Verantwortlich für den Gemeinschaftserfolg waren zwei Einzelkönner, Robert Lewandowski und Serge Gnabry. Torjäger Lewandowski erzielte seine Saisontore 24 und 25, darunter das 3:2 in der 88. Minute.

Nationalspieler Gnabry bejubelte in seinem 100. Bundesligaspiel nicht nur seinen 41. Treffer. Er bereitete zudem Lewandowskis Doppelpack vor. Neuer rühmte Jubilar Gnabry als "ganz wichtigen Faktor" und ergänzte: "Er macht sich langsam warm für die Champions League."

Die Gäste mussten sich angesichts des verpassten big points im Abstiegskampf an einzelnen Glücksmomenten aufrichten. Zweimal glichen sie aus, erst durch Dennis Srbeny, der Neuer beim 1:1 außerhalb des Strafraums düpierte, dann durch Sven Michel. Der in München geborene und beim FC Bayern ausgebildete Torwart Leopold Zingerle hielt zudem herausragend. "Es verfolgt uns die ganze Saison, dass wir die Punkte nicht holen", stöhnte der 25-jährige Zingerle.

SCP-Trainer Steffen Baumgart beendete den aufregenden Abend mit einem frommen Wunsch für die kommende Bundesligasaison. "Ich hoffe, wir sehen uns wieder", sagte er zu Flick in der Pressekonferenz. Der Bayern-Coach blickte Baumgart an und sagte: "Ich hoffe es auch."

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