Leipzig (dpa) - Trotz mehrerer Corona-Fälle beim Gegner kann die deutsche Fußball-Nationalmannschaft am Samstagabend in der Nations League gegen die Ukraine spielen.

Rund vier Stunden vor dem geplanten Anpfiff um 20.45 Uhr gab der ukrainische Verband bekannt, dass alle 35 angeordneten Testungen von Spielern, Trainern und Betreuern am Spieltag ein negatives Ergebnis erbracht hätten, wie der ukrainische Verband mitteilte. Die Leipziger Gesundheitsbehörden hatten weitere PCR-Tests zur Voraussetzung für eine Austragung der Partie gemacht. Diese wird ohne Zuschauer in der Red Bull Arena ausgetragen.

Am Freitag waren vier Spieler und der Manager der Ukraine nach der Ankunft in Leipzig positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Leipziger Gesundheitsbehörden hatten am Samstagvormittag keine Team-Quarantäne verhängt, sondern nur weitere Testungen empfohlen sowie eine Kontakt-Nachverfolgung bei den positiv getesteten Akteuren vorgenommen. Nationaltrainer Andrej Schewtschenko stehen nach Verbandsangaben in seinem reduzierten Kader nun noch 20 Akteure gegen das DFB-Team zur Verfügung.

Auch von Seiten der UEFA gab es keine Gründe für eine Spielabsage, wie der Deutsche Fußball-Bund mitteilte. "Wir vertrauen den Gesundheitsbehörden, die gründlich gearbeitet haben. Während des Spiels ist die Ansteckungsgefahr ohnehin deutlich geringer als im Umfeld, das besser zu kontrollieren ist. Zudem gibt die doppelt negative Testung Sicherheit, zuletzt sogar am Nachmittag vor dem Spiel", erklärte DFB-Teamarzt Tim Meyer in der DFB-Mitteilung.

Beim DFB-Team waren auch am Samstag alle Corona-Tests negativ ausgefallen. Bei einer Absage hätte Deutschland vermutlich die Punkte am Grünen Tisch zugesprochen bekommen. Nun fällt die Entscheidung um den Gruppensieg in Staffel 4 der A-Liga der Nations League auf sportlichem Weg. Zum Abschluss steht am Dienstag für die DFB-Elf noch die Partie gegen Tabellenführer Spanien in Sevilla an. Die Ukraine muss zeitgleich in der Schweiz antreten.

Bis zur erhofften Entscheidung war Löw bemüht gewesen, alle Szenarien einer Spielabsage auszublenden. Ungeachtet des noch drohenden Ausfalls bereitete der Bundestrainer sein Team wie gewohnt auf das Länderspiel vor. Wie der DFB bestätigte, startete die Auswahl um Kapitän Manuel Neuer trotz der Corona-Fälle beim Gegner mit dem üblichen Anschwitzen nach dem Frühstück im Mannschaftshotel in den Tag. Um die Mittagszeit folgte eine erste Teamsitzung.

Die Ukraine hatte bereits zuvor negative Corona-Erfahrungen gemacht. Vor dem Hinspiel gegen Deutschland im Oktober fielen beim Test in Frankreich zahlreiche Akteure aus. Die Not-Elf mit dem 45 Jahre alten Torwart-Trainer als Ersatzmann wurde von Frankreich mit 7:1 besiegt.

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