Köln (dpa) - Die einen sind Rekordsieger mit grandioser Bilanz in den letzten 15 Jahren, die anderen wollen an vergangene glorreiche Zeiten erinnern: Das heutige Europa-League-Finale zwischen dem FC Sevilla und Inter Mailand in Köln (21.00 Uhr/RTL und DAZN) verspricht hochklassigen Fußball.

DIE AUSGANGSLAGE: Inter ist leicht favorisiert - weil die Italiener in der Serie A Zweiter wurden, nur einen Punkt hinter Serienmeister Juventus Turin. Und weil sie beim 5:0 gegen Schachtjor Donezk den höchsten Halbfinalsieg in der Geschichte des Wettbewerbs feierten. Doch Sevilla hat mit fünf Siegen bei fünf Finalteilnahmen seit 2006 als Rekordsieger eine glänzende Bilanz im kleinen Europacup. Und aktuell ist der Club seit 20 Pflichtspielen ungeschlagen.

DEUTSCHE KOMPONENTE: Auch wenn seit der Einführung der Europa League 2009 noch kein Bundesligist im Finale stand, waren nur drei der Endspiele komplett ohne deutsche Komponente. Entweder stand mindestens ein deutscher Spieler im Aufgebot der Finalisten, ein deutscher Schiedsrichter pfiff, ein deutscher Trainer stand an der Seitenlinie, oder das Spiel fand in Deutschland statt. Der Austragungsort ist diesmal wie bei der ersten Auflage 2010 der einzige deutsche Bezug. Vor zehn Jahren gewann Atlético Madrid in Hamburg mit 2:1 nach Verlängerung gegen den FC Fulham.

GEHEIMNISVOLLER CONTE: Antonio Conte ist erst seit einem Jahr bei Inter Mailand. Und eigentlich müsste er vollauf zufrieden sein: Inter steht erstmals seit dem Pokalsieg 2011 wieder in einem Finale, zudem scheinen die Nerazzurri (Schwarz-Blauen) zu einem echten Rivalen für den zuletzt neunmal triumphierenden Serienmeister Juventus Turin zu erwachsen. Doch auf die Frage, ob er daran gedacht habe, dass die Partie am Freitag seine letzte als Inter-Trainer sein könnte, antwortete Conte überraschend ausweichend. "Ich habe in meiner Karriere gelernt, immer nur im Hier und Jetzt zu leben", sagte der 51-Jährige, der sich zuletzt öffentlich über mangelnde Unterstützung der Vereinsführung beklagt hatte.

REKORDJÄGER: Inters Stürmer Romelu Lukaku ist in Top-Form. Als erster Spieler hat er in zehn Europa-League-Spielen in Folge getroffen. Zudem ist er mit 19 Toren im UEFA-Cup oder der Europa League seit seinem Doppelpack gegen Donezk bester belgischer Torschütze. Würde er am Freitag treffen, hätte er in seiner Premierensaison in Mailand 34 Pflichtspieltore erzielt - wie einst Brasiliens Superstar Ronaldo in seinem ersten Inter-Jahr 1998. Am Ende stand Inters bis heute letzter Sieg im kleinen Europacup.

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