Austin (dpa) - Lewis Hamilton steuert unaufhaltsam seinem sechsten WM-Titel in der Formel 1 entgegen. Zum Auftakt des Großen Preises der USA setzte der britische Mercedes-Pilot im Training die überlegene Bestzeit und sammelte Selbstvertrauen für das Rennen am Sonntag (20.10 Uhr/RTL und Sky).

Bereits ein achter Platz reicht dem 34-Jährigen, um erneut vorzeitig Weltmeister zu werden. Charles Leclerc wurde mit rund drei Zehntelsekunden Rückstand Zweiter, Ferrari-Teamkollege Sebastian Vettel musste sich noch hinter Max Verstappen im Red Bull mit dem vierten Rang begnügen.

Dass Vettel Dauerrivale Hamilton nach dem drittletzten Saisonrennen zur neuerlichen Krönung gratulieren muss, ist fast sicher. Mit fünf Triumphen in Austin ist Hamilton der Rekordsieger auf dem Circuit of the Americas - und auch bei den ersten Übungsrunden zeigte der 83-malige Grand-Prix-Sieger keine Schwächen. Im ersten Training hatten die Silberpfeile noch getestet, am Nachmittag zog der Branchenführer das Tempo an. Während Hamilton vollauf überzeugte, wurde Stallrivale Valtteri Bottas nur Fünfter.

Von einem Spaziergang zur nächsten Weltmeisterschaft wollte Hamilton in den Tagen vor dem Grand Prix jedoch nichts wissen. "Der Druck ist immer da", sagte der Titelverteidiger, der zuletzt auch schwierige Momente und Niederlagen erlebte. "Ich konnte mich nicht zurücklehnen. Die Konkurrenz ist stärker als je zuvor und unser Auto war nicht überall top", sagte Hamilton. Vor den Toren der texanischen Millionen-Metropole könnte er seinen elften Saisonsieg einfahren.

Vettel, der sich kurz vor Trainingsende einen Dreher leistete, hofft in Nordamerika auf seinen zweiten Erfolg in diesem Jahr - doch der Hesse hat auch noch ein anderes Ziel. In der Gesamtwertung will der 32-Jährige einen großen Schritt Richtung Platz drei machen. Um sich diesen noch zu erkämpfen, muss er Leclerc verdrängen. Der 22 Jahre alte Monegasse hat aktuell noch sechs WM-Punkte mehr.

"Wir haben in den letzten Rennen um gute Positionen gekämpft. Das wollen wir beibehalten und am besten alle drei Rennen gewinnen", sagte Vettel, musste aber auch zugeben: "Im Rennen tun wir uns immer noch ein bisschen schwer. Wir sehen da immer noch Schwachstellen und sind nicht die Stärksten gerade." Für die Spitze reichte es zum Auftakt nicht ganz, denn auch Verstappen zeigte sich vor dem 100. Rennen seiner jungen Formel-1-Karriere gut aufgelegt. Vettel konnte bislang nur einmal in Texas gewinnen, 2013 noch für Red Bull.

Im Kampf um den ersten Startplatz hatte Ferrari zuletzt immer überzeugt und schaffte es sechsmal auf die Pole Position, daraus entsprangen aber schließlich nur drei Rennsiege. "Es gibt noch viel Arbeit. Wir haben die Lücke im Qualifying geschlossen, aber im Rennen gibt es sie noch", sagte Vettel, der schon viel an 2020 denkt. Nach fünf titellosen Jahren bei der Scuderia soll der Angriff auf Mercedes dann endlich mit dem so lange ersehnten WM-Titel enden.

Probleme bereitete am ersten Tag die überraschend unebene Strecke. "Die Bodenwellen sind krank. Ich weiß nicht, ob man so sicher fahren kann", funkte Hamilton zwischenzeitlich an seine Box. Erst nach und nach kamen die Piloten besser mit den schwierigen Bedingungen klar. Auch die ungewohnt kalten Temperaturen von 15 Grad und weniger bereiteten manchen Teams Schwierigkeiten.

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