Berlin (dpa) - Nach mehr als einem Jahrzehnt am Wiener Burgtheater hat Schauspieler Joachim Meyerhoff die Stadt gewechselt. Meyerhoff, der auch die autobiografischen Bücher "Alle Toten fliegen hoch" geschrieben hat, arbeitet nun an der Berliner Schaubühne. Er wolle unter anderem einfach mal raus "aus diesen sehr plüschigen Theaterräumen", sagte er der "Berliner Zeitung".

Am Sonntagabend trat Meyerhoff erstmals als neues Ensemblemitglied in Berlin auf. In Molières "Amphitryon" spielt er den etwas unbeholfenen Diener Sosias, mit langer Perücke und weiß geschminktem Gesicht. Regisseur Herbert Fritsch zeigt eine bunte Pop-Barock-Welt, die ein wenig an "Tom und Jerry"-Trickfilme erinnert.

Die Geschichte stammt aus der griechischen Mythologie. Während Amphitryon im Krieg ist, verführt Zeus dessen Frau. Dazu gibt er sich als Amphitryon aus, was im Laufe des Abends nicht der einzige Identitätsdiebstahl bleibt. Das Theaterstück fragt damit auch, wer man eigentlich ohne seine vermeintlich vorgesehene Rolle ist.

Das Ensemble macht in dem temporeichen Stück einen großartigen Job. Nicht nur Meyerhoff bringt einen tollen Abend, sondern auch andere Schauspieler wie Bastian Reiber, Annika Meier und Carol Schuler. Mit der übertrieben-schrillen Inszenierung der Komödie allerdings muss man etwas anfangen können. Die dürfte nicht jedem liegen.

Schaubühne zu "Amphitryon"

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