Berlin (dpa) - Schauspielerin Meret Becker (50) musste als Kind die Cowboy-Rolle oft an ihren Bruder abtreten. "Ich musste immer Indianer sein", sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Irgendwann habe sie sehr geweint. "Dann hat man mir erklärt, dass ja die Indianer die Unterdrückten sind. Und ab da war ich Indianer."

In der Berliner "Bar jeder Vernunft" spielt sie nun doch noch einen Saloon-Helden. Gemeinsam mit Katharina Thalbach, Anna Fischer, Anna Mateur und Andreja Schneider hat sie die Slapstickkomödie "Die fünf glorreichen Sieben" uraufgeführt.

Sie habe noch nie im Leben Cowboy-Stiefel angehabt, sagte "Tatort"-Darstellerin Becker vorab. "Das finde ich sensationell. Und der Gang, den man dabei entwickelt - das ist einfach ein anderes Körpergefühl. Das finde ich sehr schön. Das ist wie ein Ausflug."

In der "Bar jeder Vernunft" - einem Spiegelzelt auf einem Parkdeck - liefern sich die fünf Frauen jedenfalls einen etwas irren Abend. Becker hängt an einem Seil von der Zeltdecke, pinkelt scheinbar auf ein Lagerfeuer, trinkt Whiskey. Und Thalbach lugt unter einem Sombrero hervor - und streichelt sich die Gürtelschnalle.

In fast drei Stunden erlebt man Schießerei, Prügelei, Banküberfall. Die Geschichte an sich, nun ja, scheint nicht ganz so wichtig. Die Schauspielerinnen füllen die Figuren mit viel Ironie und Spaß. Es gibt noch ein paar Sexwitze. Und Thalbach knockt sich selbst mit einer Pfanne aus. Gegen Ende wird noch einmal an typische TV-Western erinnert: "Wohin reiten wir?", fragt eine der Fünf. "Ins Happy End."

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