Hamburg (dpa) - Das von Kiezfotograf Günter Zint in Hamburg gegründete Sankt Pauli Museum schließt Ende März seinen Standort in der Davidstraße auf St. Pauli. Grund sei eine neuerliche Mieterhöhung auf 6300 Euro pro Monat.

"Die Mieterhöhung ist über den Betrieb unseres unsubventionierten Museums unmöglich zu bewältigen. Rein wirtschaftlich müssten wir uns sogar früher aus dem Vertrag verabschieden. Rein organisatorisch wird uns das leider nicht gelingen", teilte Julia Staron, Vorstand des Museumsvereins, in Hamburg mit. Die Kündigung der seit 2010 genutzten Mieträume sei bereits erfolgt. Ein neuer Standort werde gesucht.

"Das Museum liegt mitten in einem Quartier, das nicht nur für Glanz, Glamour und Rotlicht steht, sondern auch für Obdachlosigkeit und Armut, für Widerstand und Lebensraum", erklärte Eva Decker, Vorstandsmitglied und wissenschaftliche Mitarbeiterin des Museums. Die Einrichtung verstehe sich auch als Beitrag zur Aufarbeitung und Sichtbarmachung der vielen Identitäten des Stadtteils etwa durch gemeinsame Aktionen mit der Antikältehilfe für Obdachlose. Dem gegenüber stehe nun die Feststellung, dass eine tatsächliche Kostendeckung des Betriebs unter den gegebenen Umständen zur ortsüblichen Miete unmöglich sei.

Sankt Pauli Museum