Hamburg (dpa) - Mit schmerzverzerrtem Gesicht quälte sich Pascal Ackermann alleine den letzten Anstieg des 15 Prozent steilen Wasebergs hinauf.

Rund 15 Kilometer vor dem Ziel waren die Chancen der großen deutschen Sprint-Hoffnung auf den Sieg bei den 24. Hamburger Cyclassics am Sonntag dahin. Stattdessen sicherte sich der italienische Europameister Elia Viviani zum dritten Mal in Serie den Sieg beim WorldTour-Rennen in der Hansestadt.

Das erhoffte Duell zwischen Viviani und Ackermann fiel damit aus. So richtig lieb gewonnen hat der Pfälzer die Cyclassics jedenfalls nicht. Im vergangenen Jahr war Ackermann knapp zwei Kilometer vor dem Ziel gestürzt und hatte sich damit um alle Siegchancen gebracht. Diesmal gingen dem 25 Jahre alten Radprofi des deutschen Bora-hansgrohe-Teams schon vorher die Kräfte aus.

"Es ging heute einfach nix", sagte Ackermann im Ziel. "Es war ein sauhartes Rennen. Beim zweiten Anstieg am Waseberg hatte ich einen Plattfuß. Das hat mir ein bisschen die Körner gezogen." Sein Start bei der am Donnerstag beginnenden Deutschland Tour ist aber nicht in Gefahr. "Bis dahin sind noch ein paar Tage. Das muss ich abhaken und nach vorne schauen. Die Deutschland Tour ist ein neues Rennen", machte Ackermann sich Mut.

Durch das Pech des deutschen Hoffnungsträgers war der Weg für Viviani frei. Der 30 Jahre alte Quick-Step-Profi ist der erste Profi, der die Cyclassics dreimal gewinnen konnte. Der Europameister setzte sich nach 216,7 Kilometern durch Hamburg und das südliche Schleswig-Holstein im Schlussspurt auf der Mönckebergstraße gegen Caleb Ewan aus Australien und den Italiener Giacomo Nizzolo durch. "Das ist großartig! Ich liebe diesen Rad-Klassiker", sagte Viviani nach seinem dritten Triumph. "Die Siege aus den Vorjahren haben mir viel Selbstvertrauen gegeben."

Der dreifache Weltmeister und Superstar Peter Sagan vom Bora-hansgrohe-Team wurde Sechster. Bester Deutscher war Routinier André Greipel vom französischen Arkéa-Samsic-Team auf dem elften Rang. Damit bleibt der 37-Jährige aus Hürth der letzter deutscher Sieger (2015) in der Hansestadt. Vor ihm konnten Jan Ullrich (1997), Erik Zabel (2001) und John Degenkolb (2013) das WorldTour-Rennen in Hamburg gewinnen.

Die Entscheidung fiel wie in den vergangenen Jahren auch im Schlusssprint auf der Einkaufsmeile in der Hamburger City. Am letzten steilen Anstieg am Waseberg in Blankenese waren noch 40 Fahrer zusammen. Auf den letzten Kilometern konnte sich Europameister Viviani mit seinen Helfern die beste Ausgangsposition für den Sprint erkämpfen.

Außer den Profis waren in Hamburg auch knapp 18 000 ambitionierte Amateure über Rennen von 60, 100 oder 160 Kilometer am Start. Nach Angaben des Veranstalters feuerten über 500 000 Zuschauer die Fahrer an der Strecke an.

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