Berlin (dpa) - Die plötzliche Schwächephase des FC Bayern macht die Bundesliga wieder spannend. Borussia Dortmund hat den Rekordmeister aus München von der Tabellenspitze verdrängt und lässt mit seinem begeisternden Offensivfußball auf ein spektakuläres Titelrennen hoffen.

Durchatmen dürfen nach dem sechsten Spieltag der FC Schalke 04 und der VfB Stuttgart, die ihre Sieglos-Serien beendeten. Ein Streifzug durch die Samstagspiele und ein Ausblick auf den Bundesliga-Sonntag:

GEDREHT: Lange sah es nach der ersten Ligapleite für den neuen Dortmunder Trainer Lucien Favre aus. 0:2 lag der BVB zur Pause bei Bayer Leverkusen zurück, noch nie hat die Borussia nach einem solchen Rückstand auf des Gegners Platz noch die Wende geschafft. Diesmal aber war alles anders. Mit vier Treffern in der letzten halben Stunde schnappten sich die Dortmunder Platz eins. "Wenn du so eindrucksvoll zurückkommst, dann ist das schon stark", sagte Kapitän Marco Reus. Torwart Roman Bürki meinte beim Blick auf die Tabelle: "Das fühlt sich natürlich gut an, eine schöne Momentaufnahme."

ERLEICHTERT: Der drohende Negativrekord von sechs Pleiten zum Start lag schwer auf den Schalker Seelen. Das 1:0 gegen Mainz war am Ende ein echter Zittersieg und soll nun als Brustlöser für die kommenden Wochen dienen. "Er bewirkt, dass die Jungs ein Erfolgserlebnis haben und wir uns ein paar Stunden freuen können", sagte Trainer Domenico Tedesco. Manager Christian Heidel saß die Angst nach Schlusspfiff noch im Nacken. "Die letzten zehn Minuten wünsche ich niemandem", sagte Heidel.

KURIOS: Leiden mussten auch die Stuttgarter, ehe mit dem 2:1 gegen Bremen endlich der erste Punkte-Dreier der Spielzeit feststand. In Not brachte den VfB ein verrücktes Eigentor von Ron-Robert Zieler, der einen Einwurf von Mitspieler Borna Sosa ins Netz abfälschte. Hätte der Torwart den Ball vor der Torlinie nicht mehr berührt, hätte es lediglich einen Eckball für Werder gegeben. "Ich konnte es nicht glauben, als es passiert ist", sagte der schwer gestresste Trainer Tayfun Korkut. Zieler erklärte: "Ich war sehr überrascht, habe das im Prinzip gar nicht so mitbekommen." Am Ende rettete dem Keeper und seinem Team das Siegtor von Gonzalo Castro den Tag.

VORGEFÜHRT: Julian Nagelsmann sprach von einem ganz normalen Spiel. Und doch barg das Duell seiner Hoffenheimer mit seinem künftigen Arbeitgeber RB Leipzig besondere Brisanz für den Trainer. Am Ende coachte ihn sein nächster Vorgesetzter Ralf Rangnick aus und entführte mit den Sachsen beim 2:1 die Punkte aus dem Kraichgau. "Ich kann einigermaßen damit leben", sagte Nagelsmann zwar. Glauben muss man ihm das nicht unbedingt. Platz zehn und schon drei Niederlagen dürften den ehrgeizigen Trainer kaum zufrieden stellen.

PREMIEREN: Beim 4:1 (2:0) am Sonntag gegen den Tabellenletzten Hannover 96 gab es gleich zwei Premieren für Profis von Eintracht Frankfurt. Der Franzose Evan Obite N'Dicka (36. Minute) und der Niederländer Jonathan de Guzman (59.) erzielten ihre ersten Bundesligatore. Für die Hessen war es zudem der erste Heimsieg dieser Saison. Auch Hannovers Florent Muslija gelang zum zwischenzeitlichen 1:3 (86.) der erste Treffer in Liga eins.

COMEBACK: Besser geht es kaum. Im ersten Saisonspiel nach langer Verletzungspause war Augsburgs Alfred Finnbogason nicht zu stoppen. Der Isländer traf beim 4:1 (2:0) gegen den SC Freiburg gleich dreimal. Damit wurden auch die Hoffnungen der Breisgauer enttäuscht, die Englische Woche nach zuletzt zwei Siegen als einziges Team der Liga mit den vollen neun Punkten abzuschließen. Ersatzgeschwächt und ohne den angeschlagenen Torjäger Nils Petersen ging für die Gäste diesmal nichts - für Augsburg und Finnbogason dafür umso mehr.

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